Commerzbank-Umweltpraktikum

Hamburgisches Wattenmeer

Meeresgrund trifft Horizont

Der mit rund 137 km² kleinste der drei Wattenmeer-Nationalparke liegt im Mündungsgebiet der Elbe und wird vom Verein Jordsand zum Schutz der Seevögel und der Natur e.V. betreut. Der Nationalpark Wattenmeer wurde von der UNESCO als Weltnaturerbe anerkannt und besticht durch die Faszination ungestörter Natur, welche alljährlich viele Menschen in ihren Bann zieht: Spaziergänge durch die natürlichen Salzwiesen, ein Bad im Meer, geführte Wattwanderungen, Ausflüge zu den Seehundbänken und Vogelbeobachtungen während der Brutsaison oder während der Zug- und Mauserzeiten gehören zu den besonderen Attraktionen.

Der Verein Jordsand wurde 1907 in Hamburg gegründet und betreut heute mehr als 20 Naturschutz-Reservate in Norddeutschland, vorwiegend im Küstenbereich. Seine Aufgaben sind die Einrichtung und Betreuung von Schutzgebieten auf wissenschaftlicher Grundlage sowie die Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung.

Der Verein Jordsand bietet eine Praktikumsstelle für 6 Monate (April bis September). Diese Stelle richtet sich an Studierende, in deren Studienplan ein Pflichtpraktikum vorgeschrieben ist. Nach Absprache können die Stellen ggf. auch als freiwillige Praktika mit einer Laufzeit von 3 Monaten besetzt werden. Je nach Absprache kann das Praktikum entweder auf der Insel Scharhörn oder im Nationalpark-Haus auf der Insel Neuwerk absolviert werden.

1          VogelwartIn auf der Insel Scharhörn

Ein halbes Jahr Natur pur auf der Vogelinsel Scharhörn im Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer. Wer die Studenten-WG gegen fliegende Mitbewohner tauschen möchte, der kann in diesem Sommer als Vogelwart eindrucksvolle Erlebnisse sammeln: riesige Schwärme von Watvögeln, die zur Zeit des Vogelzuges wie Wolken den Himmel verdunkeln oder möglicherweise brütende Sumpfohreulen, die ihren Nachwuchs direkt vor der Vogelwärter-Hütte großziehen.

Die Düneninsel Scharhörn liegt zusammen mit ihrer Schwesterinsel Nigehörn auf einer Sandplate in der streng geschützten Zone 1 des Hamburgischen Nationalparks und darf nur in Begleitung des Vogelwarts betreten werden, auf Nigehörn besteht für Gäste Betretungsverbot.

Als Vogelwart/in ist man hier einziger Bewohner. Die Hauptaufgabe des Vogelwarts bzw. der Vogelwartin ist die tägliche Erfassung der bei Hochwasser auf der Insel rastenden Vögel. So hat man möglichst das Fernglas schon beim Frühstücken neben sich stehen und kann auf diese Weise die fliegenden Gäste vor dem Fenster beobachten und dokumentieren. Rastvogelzählungen auf Scharhörn und der benachbarten Düneninsel Nigehörn gehören zu den Aufgabenschwerpunkten, sowie im Frühjahr eine umfassende Brutvogelkartierung. Hinzu kommen ein küstenübergreifendes Müllmonitoring, Spülsaumkontrollen am Strand, sowie Erfassungen von Störungen und besonderen Vorkommnissen im Schutzgebiet. Zu den Niedrigwasserzeiten bietet der Vogelwart bzw. die Vogelwartin Vogelbeobachtungen für Gäste an, die mit dem Wattwagen oder als angemeldete Wandergruppe von Neuwerk aus die Insel besuchen und gibt Auskünfte über die Vogelwelt, die Inselgeschichte und zu aktuellen Problemen wie die Verschmutzung der Meere.

Die Lebensbedingungen sind von eher einfacher Natur und zurzeit mit einer weiteren Sondersituation verbunden. Die auf Stelzen stehende Vogelwärterhütte ist aufgrund von Baufälligkeit gesperrt und kann somit nicht bewohnt werden. Der Vogelwart bzw. die Vogelwartin wird daher alternativ in einem mobilen Wohncontainer, der zu diesem Zweck auf die kleine Insel gebracht wurde, untergebracht. Im Inneren befinden sich ein Etagenbett, ein Schreibtisch, ein Holzofen und eine Küchenzeile mit Spüle, Gasherd und Gaskühlschrank. Für das Jahr 2017 ist ein Neubau der Hütte auf Stelzen geplant. Möglicherweise ist der Bau vor der Brutsaison bereits fertiggestellt, vermutlich jedoch finden die Bauarbeiten ab August statt.

Lebensmittel und Trinkwasser werden mit Wattwagen gebracht. Ausgedehntes Duschen ist gelegentlich in den WG-Räumen der Jordsand-Kollegen auf der Insel Neuwerk möglich. Hierfür müssen bei Wind und Wetter etwa 7 km zu Fuß durchs Watt zurückgelegt werden.

Für diese Einsatzstelle ist es wichtig, dass Du mit der Abgeschiedenheit und der ungewohnten Lebenssituation auf der Insel zurechtkommst. Bisher war allerdings gerade dieser Aspekt das, was den ehemaligen Vogelwarten/innen am besten gefallen hat.

Wir wünschen uns, dass Du als Praktikant/in bei uns kontaktfreudig und flexibel bist und Spaß an der Arbeit und dem Leben in der Natur mitbringst. Wichtig dabei ist, dass Du diese Begeisterung auch überzeugend und selbstsicher an andere vermitteln kannst. Ornithologische Vorkenntnisse sind hilfreich. Wir freuen uns auf Deine Bewerbung.

2          Praktikum im Nationalpark-Haus Neuwerk

Die Insel Neuwerk ist eine kleine Besonderheit. Sie gehört zwar zum Bezirk Hamburg Mitte, befindet sich jedoch rund 100 km Luftlinie vom Hamburger Stadtzentrum entfernt. Als echte Wattenmeer-Insel fällt das Meer um die Insel zweimal am Tag trocken und es ist möglich, die Insel bei Niedrigwasser von Cuxhaven-Sahlenburg aus zu Fuß oder per Pferdewagen zu erreichen. Bei Hochwasser fährt einmal täglich ein Schiff von Cuxhaven nach Neuwerk. Diese auf den ersten Blick ungewohnt komplizierte Anreise macht sogleich die hohe Abhängigkeit aller Insulaner von den Gezeiten deutlich. Daran muss man sich gewöhnen, wenn man länger hier auf der Insel leben will.

Als Geheimtipp gilt die Vogelwelt Neuwerks. Die Insel beherbergt im Sommer eine große Brutkolonie von Brandseeschwalben, sowie Küsten- und Flussseeschwalben. Im Frühjahr und Herbst ist der Vogelzug sehr beeindruckend und es sind regelmäßig tausende von Ringelgänsen auf der Insel zu Gast. Hinzu kommen noch viele durchziehende Limikolen wie Pfuhlschnepfen, Alpen­strand­läufer und Große Brachvögel. Auch durchziehende Singvögel nutzen Neuwerk als Trittstein zur Weiterreise.

Auf der Insel Neuwerk hat der Verein Jordsand die Leitung und Pflege des Nationalpark-Hauses übernommen und kümmert sich um die Belange der Umweltbildung. Zu den Aufgaben während des Praktikums gehört neben der Betreuung der Gäste im Infozentrum die Pflege der Aquarien, Mitarbeit an der Entwicklung von Veranstaltungen, Vorträge, sowie natur- und vogelkundliche Führungen durch die Salzwiesen des Ostvorlandes, Führungen zu Seehundsbänken und naturkundliche Wattführungen. Neben der Umweltbildung werden alle zwei Wochen bei Springflut alle Wasser- und Watvögel systematisch erfasst. Hierfür sind Grundkenntnisseder Küstenvogelarten hilfreich.

Wir wünschen uns von den BewerberInnen Interesse und Freude an der Arbeit in der Natur und im Ausstellungsbereich, sowie möglichst ornithologische Vorkenntnisse. Sie sollten besonders kommunikativ und einsatzfreudig sein, und flexibel und selbständig arbeiten können und sich vor allem ein Leben auf der Insel Neuwerk vorstellen können.
Wir bieten gezeitenabhängiges lebendiges Arbeiten in einem Team mit Freiräumen für eigenes Gestalten. Diese Einsatzstelle bietet eine Unterkunft in einer Wohngemeinschaft mit anderen Freiwilligen mit Blick über den Deich und gemeinsam genutzter Küche und Bad. Die Vielfalt der Aufgaben und das Zusammentreffen mit vielen unterschied­lichen Menschen machen den Reiz der Arbeit auf Neuwerk aus. Allerdings müssen BewerberInnen mit der besonderen Situation der Insel zurechtkommen: die hohe Abhängigkeit von Ebbe und Flut erlaubt nicht immer einen Besuch auf dem Festland und ein Lebensmittelgeschäft gibt es auch nicht. Wenn man sich allerdings gut organisieren kann und für die belebte Natur zu begeistern ist, ist man bei uns gut aufgehoben. 

 

 

 

Imme Flegel Nationalpark-Haus Neuwerk VEREIN JORDSAND zum Schutze der Seevögel und der Natur e.V. 27499 Hamburg-Insel Neuwerk Tel: Tel: 04721 - 395349 Fax: Fax: 04721 - 395866 E-Mail schreiben Homepage