Commerzbank-Umweltpraktikum

Zu Besuch beim großen Bruder

Vom 30.06. bis 02.07. machte sich eine Delegation des jüngsten Nationalparks in Deutschland auf zu seinem ältesten Bruder im Land, dem Nationalpark Bayerischer Wald. Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald ist zwei Jahre alt, sein großer Bruder feiert bald sein 50stes Jubiläum. Ein Grund, von den reichlichen Erfahrungen zu lernen. Bei dieser Tour ging es im Speziellen um Erfahrungen zum Thema Umweltbildung. Ich hatte das große Glück, dabei sein zu dürfen.

Am Freitag, nach einer neunstündigen Fahrt kamen wir im Bayerischen Wald an und wurden dort von dem Nationalparkamtsleiter Franz Leibl begrüßt. Auf einer anschließenden Führung mit dem vielversprechenden Namen „Chaos und Verhau" gab uns Lukas Laux, der Leiter der Umweltbildungsabteilung, einen Überblick über die Umweltbildungsangebote im Nationalpark. Ich muss gestehen, unser Nationalpark sieht noch um einiges „ordentlicher" aus. Aber auch bei uns lässt der Borkenkäfer schon seiner gestalterischen Kreativität freien Lauf.

Der Samstag war vollgepackt mit interessanten Vorträgen und Wanderungen. Von Christian Binder, dem Leiter des Besucherzentrums Hans-Eisenmann-Haus, bekamen wir zunächst eine Führung zu selbigem. Dieses Mal ging es um das Thema Gestaltung und Aufbau von Infozentren. Ein sehr aktuelles Thema für den Nationalpark Hunsrück, für den die erste Ausstellung im Nationalparktor Hunsrückhaus momentan geplant wird und 2018 fertig gestellt werden soll.

Gleich im Anschluss bekamen wir einen Vortrag von Herrn Auerbeck, welcher die ehrenamtlichen Waldführer des Nationalparks koordiniert. Hier wurde uns gezeigt, welche Ausbildungen und Fortbildungen die Führer erhalten und wie die zahlreichen Führungen organisiert werden.

Als nächster Programmpunkt stand eine, von dem Leiter der Ranger, Michael Großmann, geführte Wanderung zum Lusen an. Besonders beeindruckend waren seine Schilderungen über die Anforderungen, die ein Ranger zu erfüllen hat. Dieser muss sich sowohl auf fachkundige Wissenschaftler, vollkommene Nationalparkneulinge, Befürworter und Gegner des Nationalparks einstellen. Auch besteht der Anspruch, dass er über alle aktuellen Arbeiten und Forschungsergebnisse Auskunft geben kann.

Den Tag abschließend fuhren wir zum Tier-Freigelände bei Altschönau und gingen auf den Baumwipfelpfad. Auch hier wollte man sich Inspiration für das im Hunsrück befindliche Wildfreigehege und einen eventuellen eigenen Baumwipfelpfad holen. Besonderes Interesse erhielten die WC-Holzhütten, zumal im Hunsrück bisher nur Dixi-Klos stehen.

Als krönenden Abschluss machten wir am letzten Tag eine Wanderung durch die Urwaldgebiete Mittelsteighütte und Watzlik-Hain, konnten dort eine 500 Jahre alte Tanne bewundern und sahen uns die Ausstellung im Haus zur Wildnis an.

Um etwa 21 Uhr kamen wir dann wieder in Birkenfeld an. Ein wunderbares Wochenende mit spannenden Themen und hochkarätigen Führungen ging vorbei. Was ich aber so mitbekommen habe, wird das ganz sicher nicht der letzte Austausch zwischen dem Bayerischen Wald und dem Hunsrück gewesen sein!

 

Anna Ritter, Umweltpraktikantin 2017 im Nationalpark Hunsrück-Hochwald