Commerzbank-Umweltpraktikum

„Watt will man Meer?“

Ein Tag im Multimar Wattforum
Das Multimar Wattforum ist das größte Informationszentrum des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und liegt in Tönning direkt an der Eider. Für Touristen und Schulklassen leicht zu erreichen, spielt es eine zentrale Rolle in der Bildungsarbeit des Nationalparks.

Mein Arbeitsplatz ist vorwiegend in der Ausstellung und so ein ganz normaler Tag im Multimar fängt damit an, dass vor der Öffnung um 9 Uhr die Scheiben von 37 Aquarien für die Besucher geputzt werden müssen. Denn, wenn täglich manchmal über 1.500 Besucher ihre Hände und Nasen gegen die Scheiben drücken, um die Tiere der Nordsee beobachten zu können, kommen einige Abdrücke zustande. Beim Putzen hat man dann aber auch die Gelegenheit mal in Ruhe alle Tiere zu sehen und zum Beispiel den scheuen Zirrenkraken bei seinem Farbwechsel zu beobachten oder noch kurz im Großaquarium die Stille vor dem alltäglichen Sturm zu genießen.

Je nachdem, ob  gerade Ferienzeit ist oder nicht, wird der Ausstellungsbetrieb von Touristen oder aber von Kindergruppen und Schulklassen aller Altersstufen (oder auch in Kombination) dominiert. Das allbekannte Schietwetter hier an der Nordseeküste treibt die Menschen dann manchmal haufenweise ins Multimar, allerdings kann es an manch schönem Sommertag mit Sonnenschein auch in der Haupttouristenzeit ziemlich leer und ruhig werden.

An Tagen ohne Buchungen von Führungen oder Klassentouren betreue ich die Ausstellung mit meinen Kolleginnen, stehe den Besuchern als Ansprechperson zur Verfügung und kontrolliere, ob in der Ausstellung noch alles an seinem rechtmäßigen Platz ist. Die Besucher kommen aus allen Regionen des deutschsprachigen Raumes und geben viel positives Feedback. Im Laufe der Zeit habe ich schon viele witzige und interessante Unterhaltungen geführt, was ich an dieser Arbeit sehr schätze.

Auch bei gebuchten Führungen oder Schulprogrammen komme ich zum Einsatz. Von aufgeweckten und interessierten Kindern und Erwachsenen bis zu gelangweilten Teenagern oder rüstigen Rentnern ist alles dabei. Die Kinder haben dann meist im Schullabor den größten Spaß, wenn sie ein paar einzelne Meeresbewohner, wie den Seestern oder die Miesmuschel, nochmal genauer unter die Lupe nehmen dürfen.

Über den Ausstellungsdienst hinaus habe ich auch weitere Eindrücke in der Natur sammeln dürfen. Da gibt es zum Beispiel den Seetierfang zum Eidersperrwerk oder zahlreiche von unseren Nationalpark-Rangern geführte Watt- und Salzwiesenführungen. Auch die Seehundstation in Friedrichskoog ist absolut sehenswert und zählt zu meinen persönlichen Highlights. Außerdem gibt es die Möglichkeit den Nationalpark-Infostand an besonderen Veranstaltungen zu betreuen (Kite Cup, NORLA Messe, etc.) und darüber hinaus noch andere Aufgaben, wie Plankton für die Seepferdchenjungen zu fischen, Wassertests in den Aquarien durchzuführen oder eigene Projekte zu bearbeiten.

Katharina Liebel, Umweltpraktikantin 2017 im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer