Commerzbank-Umweltpraktikum

Wasser, Wiese, Wildnis

Mittlerweile bin ich jetzt schon die dritte Woche hier auf dem Darß und langsam habe ich mich auch an den um 6:30 klingelnden Wecker gewöhnt. Der morgendliche Blick aus meinem Zimmerfenster streift über den Bodden und zeigt, dass ein Tag mit perfektem Wetter beginnt. Bestens gelaunt verlasse ich die WG in Wieck und mache mich auf den Weg zur Arbeit. Heute ist es nur ein kurzer Arbeitsweg, denn der Projekttag zum Thema Wasserkreislauf mit einer 5. Klasse findet hier, am Hafen von Wieck, direkt am Bodden, quasi an der Nationalparkgrenze statt.  Das Team für den heutigen Tag trifft sich gleich dort, um alles für die Ankunft der Klasse vorzubereiten. Verschiedene Aktivitäten sollen den Schüler*innen den Wasserkreislauf hier im Nationalpark verdeutlichen.

Nach ihrem Eintreffen und einer kurzen Einstimmung auf den bevorstehenden Tag wartet direkt das erste Highlight: ein Relief des Ostseebeckens soll im Sand nachgebaut werden. Mit Begeisterung helfen alle mit. Die Ostsee, als größtes Brackwassermeer überhaupt, spielt eine wichtige Rolle hier im Nationalpark. Der Nachbau des Ostseebeckens veranschaulicht eindrücklich, dass es aufgrund der vielen Zuflüsse und der vergleichsweise schmalen Verbindung zur Nordsee hier eine Mischung von Salz- und Süßwasser gibt! Aber wo kommt das Wasser in den Flüssen eigentlich her? Dieser und anderen Fragen können die Schüler*innen in verschiedenen Stationen auf den Grund gehen. So wird unter anderem an einem kleinen Boddenmodell verdeutlicht, dass an der Oberfläche der großen Gewässer ständig große Mengen Wasser verdunsten, die dann kondensieren und Wolken bilden. Aber auch das Wasser in den Wolken ist nicht verschwunden, sondern findet als Regen wieder seinen Weg zurück auf den Erdboden. Interessiert verfolgen die Kinder, wie das versickernde Wasser vom Boden gefiltert wird und seinen Weg zu einer Quelle finden kann. Nach einem schönen, sonnigen und interessanten Vormittag fahren die Schüler*innen mit vielen Informationen und Eindrücken im Kopf zurück in die Schule und ich mache mich nach meiner Mittagspause auf den Weg ins Nationalparkamt in Born. Wie jeden Tag auf dem Weg in die Arbeit stelle ich mir die Frage, ob ich den Radweg am Bodden entlang nehme oder den Waldweg. Heute fällt die Entscheidung auf den Waldweg und ich genieße die Fahrt durch den schattigen Wald des Nationalparks.

Im Büro, das ich mir mit Tom, dem FÖJler teile, wird der Projekttag „Wasserkreislauf“ ausgewertet, bevor es direkt mit den Vorbereitungen für den nächsten, mit dem Thema Wiese für eine dritte Klasse weitergeht. Nachdem wir alles Wichtige besprochen haben, fahren wir direkt zu dem Standort, an dem der Projekttag stattfinden soll, um die Route abzugehen. Dabei haben wir sogar Gelegenheit ein Rudel Hirsche zu beobachten. Mit diesem schönen Bild im Kopf und viel Vorfreude auf den bevorstehenden Projekttag geht der heutige Arbeitstag zu Ende.

Jetzt, auf der Rückfahrt vom Amt in Born nach Wieck, entscheide ich mich für den Weg am Bodden entlang und lasse den Tag mit einer wunderschönen Spazierrunde am Ufer entlang ausklingen.

Alina Müller, Umweltpraktikantin 2019 im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft