Commerzbank-Umweltpraktikum

Was lebt in Bach und Tümpel?

Von Mai bis Ende Juli 2019 mache ich ein dreimonatiges Umweltpraktikum im Nationalpark Kellerwald-Edersee. Der Schwerpunkt meines Praktikums liegt  in der außerschulischen Bildungsarbeit und der Öffentlichkeitsarbeit im Nationalpark. Zu den Zielgruppen, die ich betreue zählen vor allem Schulen und Kindergärten der Region. Auch an dem heutigen Tag stand ein Projekt mit einer Kindergartengruppe auf dem Programm.

Um Punkt 7 Uhr beginnt für mich im Nationalpark Kellerwald-Edersee üblicherweise der Arbeitstag. So auch heute. Im Buchenhaus, einer Informations- und Bildungseinrichtung des Nationalparks traf ich letzte Vorbereitungen für den anstehenden Projekttag mit einer Gruppe aus dem Kindergarten aus Odershausen.  Zum Thema „Was lebt in Bach und Tümpel?“ sollten die Kinder heute unter meiner Anleitung zu kleinen Forschen werden. Unterstützung bekam ich dabei  von meiner Mitpraktikantin Ines Plagemann, die im gleichen Zeitraum wie ich ein Umweltpraktikum im Nationalpark Kellerwald-Edersee absolviert.  

Nachdem auch die letzten Vorbereitungen abgeschlossen und die benötigten Materialien im Auto verstaut waren, machten wir uns auf den Weg zum vereinbarten Treffpunkt nach Kleinern, einem an den Nationalpark angrenzenden Ort. Der Nationalpark Kellerwald- Edersee zeichnet sich neben seinen alten bodensauren Buchenwäldern unter anderem auch durch seine zahlreichen Quellen und sauberen Bäche aus. Einer dieser Bäche ist der Heimbach, an welchem unser heutiges Forschungsprojekt stattfinden sollte. Bevor wir mit den Kindern in die Praxis starteten gab es allerdings noch ein bisschen theoretischen Input, den wir spielerisch und kindgerecht vermittelten. So schauten wir uns zunächst an, welche Tiere wir in unseren Bächen überhaupt finden konnten und welche Regeln es in einem Nationalpark, oder beim Forschen im Bach zu beachten galt. Nach einer kurzen Frühstückspause im Wald ging es dann endlich mit Becherlupen, Keschern und Pinseln ausgerüstet in kleinen Forscherteams aus je 2-3 Kindern in den Bach. Begeistert suchten die Kinder unter Steinen und in Vertiefungen nach kleinen Bachlebewesen und sammelten in ihren Becherlupen unter anderem Steinfliegen- und Eintagsfliegenlarven, Bachflohkrebse und Zuckmückenlarven. Ein besonderes Highlight waren die kleinen Larven des Feuersalamanders mit ihren federartig aussehenden Kiemen am Kopf. Der Feuersalamander gehört zu den Schwanzlurchen und fühlt sich in feuchten Laubmischwäldern im Mittelgebirge, also auch bei uns im Kellerwald, besonders wohl. Gut zu erkennen ist er an seiner auffälligen schwarz-gelben Färbung, die potenzielle Fressfeinde abschrecken soll. Sobald der Winter vorbei ist legt das Feuersalamanderweibchen seine voll entwickelten, kiementragende Larven bevorzugt in kühlen Quellbächen ab, zum Beispiel im von uns untersuchten Heimbach.
Die Aktivität des Feuersalamanders hängt, neben der eingestrahlten Lichtmenge, unter anderem mit der relativen Luftfeuchte zusammen. 
Zum Glück hat es in der vorherigen Nacht geregnet, sodass es insgesamt noch sehr feucht im Wald war und wir das große Glück hatten auf dem Rückweg vom Bach auch noch einen ausgewachsenen Feuersalamander zu sehen.  Das war ein toller Abschluss für die Kinder, die am Nachmittag zu Hause bestimmt viel zu erzählen hatten. 

Malin Plöger, Umweltpraktikantin 2019 im Nationalpark Kellerwald-Edersee