Commerzbank-Umweltpraktikum

Schau mal was da krabbelt - Bodenschätze im Nationalpark Bayerischer Wald

Jeden Montagmorgen warten wir gespannt auf eine neue Schulklasse, die wir von da an eine Woche lang begleiten dürfen. In meiner Einsatzstelle, dem Jugendwaldheim Wessely Haus, der ältesten Umweltbildungseinrichtung im Nationalpark Bayerische Wald, kann ich Umweltbildung hautnah miterleben und junge Menschen bei ihren Erfahrungen in der Natur begleiten. An diesem Montag erledigen wir vor der Anreise der Kinder noch die anfallende Büroarbeit, um 10:00 Uhr können wir dann endlich unsere neuen Gäste begrüßen. Nach einer kurzen Vorstellung unsererseits erfolgt die Zimmerverteilung. Anschließend zeigen wir den Kindern das Haus und somit ihr Zuhause für die nächsten fünf Tage. Auf dem Gelände gibt es einen großen Speisesaal mit vielen Büchern und Spielen, außerdem einen Bolzplatz, einen Basketballkorb, zwei Teiche und einen Pavillon mit Kicker und Tischtennisplatte, es ist also für jeden etwas dabei um die Zeit bei uns so schön wie möglich zu gestalten. Nach der Hauseinweisung und dem Beantworten zahlreicher Fragen gibt es für unsere Gäste endlich Mittagessen. Um 13:30 Uhr beginnt die erste Führung und damit unsere eigentliche Arbeit. Die Woche beginnt meistens mit dem NET, dem Nationalparkerlebnistag, auf dem Programm stehen heute Felswandergebiet, Vielfalt oder Boden. Gemeinsam mit den ehrenamtlichen Waldführern im Nationalpark werden die knapp 60 Kinder auf fünf Gruppen verteilt. Ich schließe mich Hans an, zusammen mit ihm und unserer „Bärengruppe“ widmen wir uns dem Thema Boden. Nach einer kurzen Namensrunde gehen wir gemeinsam in den Wald. Dort erfahren die Kinder zunächst etwas Allgemeines über den Nationalpark. Anschließend spielen wir ein Spiel, bevor wir richtig in das Thema Boden einsteigen. Als „Barfußraupe“ erfühlen wir den Waldboden. Danach bekommt jedes Kind Schaufel, Sieb und Lupe und darf sich auf Entdeckungstour begeben. Wir finden viele Käfer und Spinnen, aber auch Regenwürmer oder Egel, abhängig davon ob der jeweilige Boden trocken oder feucht ist. Alle gefundenen Tiere können auf einem weißen Tuch oder in Becherlupen beobachtet werden, bevor wir sie zurück in die Natur entlassen. Nach ein paar weiteren thematischen Spielen sind sich am Schluss alle einig, wie wichtig und schützenswert unser Boden ist. Unser Bildungsauftrag wurde also erfüllt und ich kann nach einem schönen Tag zufrieden nach Hause gehen.

Lena Ranzinger, Umweltpraktikantin 2019 im Nationalpark Bayerischer Wald