Commerzbank-Umweltpraktikum

Wozu man Müll alles verwenden kann: Upcycling Projekt in Fürstenhagen

Wie viel Müll wir selbst produzieren ist einem oft nicht bewusst, bevor man nicht einmal mit dem Sammeln begonnen hat. Heute wollen wir endlich mal wissen wie man den Müll verwenden kann, den man täglich produziert und so mit den Kindern, das „Müllproblem“ bastlerisch angehen.

In dem Seminarraum von Fürstenhagen sammeln sich die Tetra Pak-Flaschen umgedreht zum Austrocknen, damit sie wiederverwendet werden können. Daneben stehen die leeren silbernen Metalldosen, die zuvor fleißig von den Mitarbeitern des Naturparks Eichsfeld-Hainich-Werratal gesammelt wurden. Nun laufen die letzten Vorbereitungen für das Upcycling-Projekt. Die Tische für die Bastelaktion werden draußen unter einem Baum im Schatten bereitgestellt, da man sonst bei dieser Hitze nicht kreativ werden könnte. Da kommen auch schon die ersten Kinder mit Ihren Eltern und Großeltern.

Nach einer kurzen Begrüßung und einem kleinen Spiel erkläre ich was wir heute machen werden und wie die Upcycling-Produkte zu basteln sind. Es hat mich einige Tage gebraucht, bis ich alle Sachen vorbereitet habe und die einfachsten Methoden gefunden habe um in zweieinhalb Stunden schöne Sachen aus dem Müll zu zaubern. Dann fangen die Kinder an zu schnippeln, basteln und malen. Die Tetra Paks verlieren langsam ihre ursprüngliche Gestalt und verwandeln sich in beschiffbare Boote, bunte Blumentöpfe oder funktionelle Portmonees. Es ist auch gar nicht so einfach das harte Tetra Pak zu falten, da aber viele Eltern und Großeltern bereitwillig ihren Kindern und Enkelkindern helfen, wird auch diese kleine Hürde überwunden. Es werden zudem fleißig Origami-Frösche oder -Blumen gefaltet, die die Blumentöpfe verzieren. Natürlich werden zum Schluss auch noch die Blumentöpfe mit Erde und ein paar Samen gefüllt, damit die Kinder die Töpfe auch gleich benutzen können und auch später noch was davon haben. Zum Schluss werden sogar für einige Boote kleine Wimpel-Fahnen oder Flaggen gebastelt, damit sie gut sichtbar im Wasser sind.

Während des Bastelns fangen sogar die Großeltern und Eltern an gegenseitig Tipps zum „Upcycling“ auszutauschen. Wie man zum Beispiel die silbernen Hüllen vom Kaffee als schöne Übertöpfe zum Verschenken verwenden kann., was mir zeigt, dass diese Aktion sich gelohnt hat, da sogar die Eltern und Großeltern anfangen sich über das Müllproblem Gedanken zu machen.

Das Hämmern der Teelicht-Bastler ist schon von weiten aus der Werkstatt zu hören, wo sie fleißig verschiedene Muster in das Blech hämmern, denen ich kurz einen Besuch abstatte. Bevor sie jedoch mit dem Hämmern beginnen konnten wurde die Dose natürlich noch angemalt, damit sie noch schöner sind und im Baum oder auf den Tischen gut zu erkennen sind. Ganz zum Schluss muss nur noch zwei Löcher für den Draht zum Aufhängen hinein gehämmert werden, was aber schnell gemacht ist.

Zum Ende hin kann man kaum noch erkennen, dass diese wunderschönen Boote, Portmonees, Teelichthalter und Blumentöpfe Ihren Ursprung im Müll haben. Man kann den Kindern ansehen, dass sie viel Spaß hatten und fragen immer noch ungläubig, ob ihre Boote wirklich im Wasser schwimmen können. Für mich war dieser Tag ein sehr gelungener, da ich den Kindern bastlerisch die Müllproblematik nahelegen konnte und sie dabei sogar sehr viel Spaß hatten.

 

Lena Zander, Umweltpraktikantin 2018 im Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal