Commerzbank-Umweltpraktikum

Wilder Wald im Fokus


Wilder Wald im Fokus ist nicht nur das Nationalparkthema 2018 hier im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, sondern auch die Überschrift meines Tagebucheintrags. Vor etwa drei Wochen kam ich erwartungsvoll auf dem Darß an. Jetzt, drei Wochen später kann ich sagen, dass meine Erwartungen an die Stelle und die Landschaft sogar übertroffen worden sind. Ziemlich zügig wurde ich an die Umweltbildung herangeführt und durfte schnell selbst aktiv werden.

 

Heute ist Montag, Montag ist „Natur auf der Spur“-Tag. „Natur auf der Spur“ ist eine Familienführung im Wald, die Teil des Ferienangebots des Nationalparks ist. Die anderen Familienführungen mit den Themen Bodden und Ostsee durfte ich sogar selbst konzepieren und durchführen. Ziel der Familienführungen ist es, Eltern und ihre Kinder spielerisch mit der hiesigen Natur vertraut zu machen.

 

Um die geplanten Aktivitäten im Wald durchzuführen hieß es am Morgen erstmal Sachen packen. Zusammen mit dem ansässigen Revierleiter und jeder Menge Sitzkissen, Becherlupen, Bestimmungsbücher, Augenbinden begab ich mich in den Darßer Wald. Sehr gerne führe ich diese Veranstaltung mit dem Revierleiter durch, denn wir ergänzen uns, wie ich finde, sehr gut. Zum Einstieg sensibilisierten wir die Teilnehmer für die Themen Nationalpark und Naturraum und rundeten das Ganze mit ersten Aktivitäten ab. Baumpantomine ist eine davon. Jeder Teilnehmer darf sich dabei einen Baum aussuchen und seine Besonderheiten mittels seines Körpers und Gliedmaßen darstellen, während der Rest der Gruppe versucht zu erraten um welchen Baum es sich handeln könnte. Die Kinder waren direkt für diese Aktivität zu begeistern, während die Eltern zunächst eher verhalten waren. Während der Wanderung kamen wir auch an Stellen natürlicher Sukzessionsprozesse vorbei. Flächen in denen abgestorbene Bäume stehen eignen sich wunderbar, um den Familien die natürliche Waldverjüngung, Dynamik sowie das Motto „Natur Natur sein lassen“ näherzubringen. Im Lichtschacht einer umgefallenen Buche ließen sich allerhand Buchen-, Farn- und Strauchsprösslinge finden und wo sich Sprösslinge finden lassen, lässt sich oft auch das im Darßwald lebende Rotwild finden. Direkt neben dem Hauptweg fanden wir Schlafkuhlen und Abdrücke des Wildes!

 

Nach einigen weiteren Aktivitäten lockerten allmählich auch die Eltern auf. Bei der genaueren Betrachtung der Bodentiere liefen einige von ihnen sogar zur Höchstform auf und es war schwer festzustellen, ob sie oder ihre Kinder mehr Spaß hatte. Am Ende kamen wir zu meinem Highlight, dem Bodenfenster. Das Hilfsmittel ist dabei eine einfache Plane, die den Besuchern die Welt des Bodens und der Bäume öffnet. Wie immer verging die Zeit dabei wie im Fluge. Wieder im Büro angekommen hieß es dann, Sachen wieder auspacken und die Taschen für die morgige Familienführung „Waldrand begnet Ostseestrand“ erneut mit einigen Überraschungen füllen.

Jennifer Petsch, Umweltpraktikantin 2018 im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft