Commerzbank-Umweltpraktikum

Wasser marsch! - Hitzewelle im Naturpark Altmühltal

Es ist fast acht und ich mache mich auf den Weg zu meiner Einsatzstelle im Informations- und Umweltzentrum Naturpark Altmühltal im Herzen des Städtchens Eichstätt. Die Tage sind heiß zurzeit, jeden Tag über 30 C° und das schon gegen Mittag. Daher juckt es mich umso mehr meine Aufgaben im Garten so früh wie möglich zu erledigen, wenn der Schweiß noch nicht in Strömen fließt. Netterweise hat unser Hausmeister Uwe einen Teil des Gartens schon für mich gegossen und so muss ich nur noch ein paar Gießkannen dorthin tragen, wo man mit dem Schlauch nicht hinkommt. Auch wenn die Höchsttemperaturen noch nicht erreicht sind, tut der Kontakt mit dem Wasser jetzt schon gut. Schnell sammle ich die in der Nacht heruntergefallenen Äpfel auf und stelle sie für unsere heutigen Besucher bereit. Die Apfelbäume tragen dieses Jahr so viele Früchte, dass man ganze Großfamilien damit versorgen könnte und auch die Zwetschgen werden bald reif sein, dass die Snackauswahl weiter wächst. Nun muss ich auch schon weiter, eine kleine Pressemeldung in meinen vollen Terminplan heute quetschen und Plakate für kommende Veranstaltungen austragen. Einige Mitarbeiter an den Verteilstellen freuen sich immer riesig, wenn sie Informationen zu neuen Themen bekommen und sind häufig zu einem kleinen Plausch aufgelegt.
Viel Zeit dafür bleibt mir dabei heute leider nicht, denn in einer Stunde findet schon das erste Wasserprogramm für den heutigen Tag statt, bei dem ich natürlich gerne helfe. Wir planschen etwas mit den Kindern, bauen Wasserräder aus Holz und schauen uns den Teich im Biotopgarten genauer an. Natürlich steht der Spaß immer an erster Stelle, aber die Teilnehmenden können am Ende trotzdem mit mehr Wissen aufbieten. Über die Menge an Wasser, die die Herstellung eines Kleidungsstückes verbraucht oder wie viel die Aufzucht, Schlachtung und Weiterverarbeitung eines Tieres zu einem Kilo Fleisch benötigt, sind alle erstaunt und werden in Zukunft vielleicht mehr darauf achten, was im Einkaufswagen landet. Und während es sicher nicht neu ist, konnte jeder zur Erkenntnis gelangen, dass alle Gewässer Lebensraum für Tiere und Pflanzen sind, selbst wenn man sie (auf den ersten Blick) nicht sieht. Am Ende sind alle sind zufrieden und freuen sich über eine kleine Abkühlung an unserem spanischen Brunnen. Während ich danach noch am Aufräumen bin, kommt ein Anruf. Später ist Ferienprogramm im nahegelegenen Dorf Titting und ich darf mit. Das Thema auch dort: Wasser! Die Nachfrage ist bei diesen Temperaturen riesig, obwohl man vermuten könnte, es will überhaupt niemand vor die Tür treten. Langsam werde ich ein echter Experte, sowohl im Bestimmen von Wassertieren, was ihre Anwesenheit für das Gewässer bedeutet, als auch darin Fakten zu nennen.
Die 20 mit Keschern und Eimern ausgestatteten Kinder sind voller Tatendrang und würden am liebsten jedes Gewässer sofort leerfischen. Zunächst steht aber erst mal eine Brunnentour durch das Dorf an. Die zum Teil gerade austrocknenden Gewässer beheimaten Schnakenlarven, Zuckmückenlarven und sogar kleine Blutegel. Die Quelle die sich durch das Dorf zieht ist eisig kalt und nicht nur ich halte meine Hände für einige Zeit für eine Abkühlung hinein. Der Abschluss findet an der Anlauter statt und endlich können die Kinder ihrem Enthusiasmus freien Lauf lassen. Sie holen kleine Tiere aus dem Wasser, sogar einige Fische sind darunter, bauen einen Damm und rennen neben dem Fluss her, um zu sehen wessen Gummiente am schnellsten unter der kleinen Brücke hervorschwimmt. Eine weitere erfolgreiche Veranstaltung geht zu Ende.
Passend zum Thema beginnt es auf der Rückfahrt dann zu regnen. Als wir wieder am Umweltzentrum ankommen gießt es wie aus Kübeln, aber niemand wagt es sich zu beschweren. Menschen wie Pflanzen stehen draußen und genießen den Sommerschauer. So auch ich. Nachdem alles wieder an seinem Platz ist mache ich mich sofort auf den Heimweg, die kurze Abkühlung der Luft genießen, um am nächsten Morgen erfrischt in einen weiteren ereignisreichen Tag starten zu können
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Louisa Schauer, Umweltpraktikantin 2018 im Naturpark Altmühltal