Commerzbank-Umweltpraktikum

Von Chaos, Bürorunden und vielen netten Leuten

Auf nach Tönning! Das dachte ich mir zu Anfang des Jahres, ohne zu wissen, was kommt. Gelandet bin ich hier im Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein, der sich aus verschiedenen Teilbereichen zusammensetzt. Es gibt unter anderem die Fachbereiche Umweltbeobachtung und Planungsgrundlagen, Schutz und Entwicklungsplanung (wozu auch die Betreuung der Nationalpark-Ranger gehört), Fachbereich Kommunikation und Nationalpark-Partner und den Bereich Bildung. In der Verwaltung arbeiten über 50 Angestellte, zählt man das Multimar noch mit hinzu, sind es über 100. Alle diese Fachbereiche leisten viel, um das Wattenmeer in Schleswig-Holstein zu schützen und zu erhalten. Neben einem Nationalpark handelt es sich bei diesem Schutzgebiet außerdem in weiten Teilen um ein Natura-2000-Gebiet (nach FFH-Richtlinie und Vogelschutzrichtlinie), um ein Biosphärenreservat und ein UNESCO-Weltnaturerbe. Um das Wattenmeer der Nordsee entsprechend der ganzen Richtlinien und Vorgaben schützen zu können, wird international mit Dänemark und den Niederlanden in einer trilateral Zusammenarbeit kooperiert.

Ein grundlegende Regel, die ich in vorherigen Praktika gelernt habe: Die erste Woche ist immer chaotisch. So war es auch bei mir. Da sich an Tag 1 rausstellte, dass meine eigentliche Betreuerin sich im Urlaub befand und ihre Stellvertreterin meine zugewiesene Aufgabe als nicht sinnvoll erachtete, begannen wir, neue Beschäftigungsmöglichkeiten für mich zu suchen. Nach vielen Gesprächen mit allen möglichen Mitarbeitern, einigten wir uns darauf, dass ich zunächst mit das Infomobil betreuen sollte. Bei diesem handelt es sich um einen ausgebauten Anhänger, der neben einer Ansichtskiste mit Muscheln und Schnecken der Nordsee auch viel Infomaterial, Binokulare und ein Glücksspiel für Kinder enthält. Und von einem dieser Tage im Mobil möchte ich ein wenig was erzählen.

Vom 20.-22.07.2018 fand am Strand von St. Peter-Ording, unweit von Tönning, die Techniker Beach Volleyball Tour statt. Eigentlich ein mehr oder weniger großer Konflikt zwischen Naturschutz und touristischer Nutzung, da sich das Ereignis nicht unweit von geschützten Gebieten abspielte. Doch am 21.07.2018 hatten wir Anlaufschwierigkeiten mit unserem Infomobil. Die Betreuung des Infomobils teilt sich die Nationalparkverwaltung mit der Schutzstation Wattenmeer in St. Peter-Ording. Diese hatten am Vorabend  Probleme alles richtig einzuräumen und abzuschließen, sodass der Hänger plötzlich im Sand abrutschte. Für uns hieß das: Früh aufstehen und den Wagen wiederaufrichten. Mit vereinten Kräften, einem Wagenheber und viel Spaß richteten wir zu dritt das Gefährt wieder auf und konnten endlich starten. Den Tag über informierten wir staunende Besucher über die Vielfalt des Wattenmeeres, die Salzwiesen und deren Bewohner. Aber auch über die Bedrohungen, denen diese besonderen Lebensräume ausgesetzt sind. Überfischung, intensive Landwirtschaft, falsche Beweidung, Wassersport und Müll stellen mit die größten Probleme dar. Dinge, die für mich seit jeher völlig normal waren, sind immer noch für viele Menschen unverständlich und fremd. Aus diesem Tag habe ich mitgenommen, dass man ständig am Ball bleiben muss, um so viele Menschen wie möglich zu erreichen. Außerdem schadet es nie, ein bisschen was von Technik, Statik und Hydraulik zu verstehen.

Ich hoffe, dass sich meine nächsten Wochen und Monate weiterhin so abwechslungsreich gestalten.

Johanna Killing, Umweltpraktikantin 2018 im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer