Commerzbank-Umweltpraktikum

Voll gut drauf!


Auch wenn es mir so vorkommt, als sei es erst ein paar Tage her, als ich an einem regnerischen und kühlen Frühjahrstag zum ersten Mal den Schaalsee erblickte, ist bereits der erste Monat meines dreimonatigen Umweltpraktikums vergangen. Am Ende eines ereignisreichen ersten Monats stand noch ein ganz besonderes Projekt an: Das Gut Drauf-Wochenende, das alljährlich vom Förderverein des Biosphärenreservats Schaalsee organisiert wird. Bereits am Freitagvormittag starteten wir Betreuer mit einem Großeinkauf, damit die kulinarische Versorgung der 22 Kinder und Jugendlichen im Alter von 10 bis 14 auf jeden Fall gesichert war.

Nachmittags trafen dann die die elf Jungen und Mädchen ein und nach einer kurzen Kennenlernrunde, wurde auch sogleich Programm gestartet. Eine Mitarbeiterin von der AWO-Suchtberatungsstelle besprach verschiedene Suchterkrankungen. Besonders beliebt waren die „Promille-Brillen“, mit welchen nachempfunden werden kann, wie es sich denn eigentlich anfühlt, betrunken zu sein. Im Anschluss wurde der Grill angeheizt und nach Brötchen und Würsten konnten die angesammelten Kalorien noch beim Spiel im wunderschönen Garten unserer Unterkunft verbrannt werden.

Der nächste Tag begann mit den Erlebnispädagogen von exeo. Bei verschiedenen Teamspielen mussten gemeinsam Aufgaben gelöst werden. So gab es unter anderem einen Niedrigseilparcour, wobei das Ziel darin bestand, alle Teilnehmenden wohlbehalten an dessen Ende zu bringen. Am Nachmittag gab es weitere Workshops, z.B. zum Thema „gesundes Trinken“. Bei einer Kräuterwanderung wurden Löwenzahn, Spitzwegerich, Giersch und Brennnessel gesammelt, die im Anschluss in leckere Köstlichkeiten wie Kräuterbutter, Kräutersmoothies und Brennesselchips verarbeitet wurden. Nach dem feierlichen Festessen (ein Deko-Komitee hatte für Blumen, Girlanden und Luftballons gesorgt), konnten sich die Jugendlichen noch daran versuchen Feuer ohne Streichhölzer zu entfachen. Nur das Lagerfeuer musste aufgrund der hohen Waldbrandgefahr leider ausfallen – mein erster Praktikumstag war nämlich bis dato tatsächlich der einzige Regentag.

Ein besonderes Highlight erwartete die Jugendlichen am dritten und letzten Tag. Im nahe gelegenen Ratzeburg stachen wir mit unseren beiden Skippern Marco und Heiko in See. Auf einem nachgebauten Slawenschiff musste kräftig gerudert werden. Zum Glück hatten wir jedoch ideale Windverhältnisse, sodass hin und wieder die Segel gehisst werden und wir fleißigen Ruderer ein kleines Päuschen einlegen konnten.

Ein Päuschen brauchte ich dann auch am Sonntagabend, nachdem alle Kinder gesund und munter an ihre Eltern übergeben worden waren und auch die Unterkunft wieder halbwegs betretbar aussah. Auf jeden Fall hatte ich ein tolles Wochenende und gut drauf, würde ich sagen, waren wir auch alle.

Nicole Bollinger, Umweltpraktikantin 2018 im Biosphärenreservat Schaalsee