Commerzbank-Umweltpraktikum

Leben, wohnen und arbeiten im UNESCO-Weltnaturerbe des Müritz-Nationalparks

Schüler einer 5. Klasse aus Rostock konnten auf Anhieb über 15 Automarken aber keine 5 Baumarten nennen. Nun die große Frage und Aufgabe – Wie begeistert man diese Schüler für die Natur und den Nationalpark?

 

Im Jugendwaldheim Steinmühle, welches im Serrahner Teil des Müritz-Nationalparks liegt, wurde ich jede Woche aufs Neue vor diese Herausforderung gestellt. Mit Führungen, Spielen und dem Bewältigen eigener Aufgaben in der Natur soll diese Hürde gemeistert werden.

 

Heute Vormittag stand eine Fahrradtour durch das Serrahner Weltnaturerbe auf dem Plan. Die Kinder waren noch sehr müde und teilweise aufgebracht vom Frühstück. Dennoch wurden die Rucksäcke mit Essen und Trinken vollgepackt und die überschüssige Energie kann auf dem Fahrrad sinnvoll genutzt werden. Sobald die Fahrradtour begann und der Weg durch das UNESCO-Weltnaturerbe „Alte Buchenwälder Deutschlands" führte, war aber Stille angesagt. Die großen und alten Buchen ließen sowohl die Kinder als auch mich jeden Tag aufs Neue begeistern. Hierbei stieg das Interesse der Kinder an der Natur. Sie fingen an ihre Umgebung wahrzunehmen, Fragen zu stellen und über die alten Bäume zu staunen.Obwohl die Führungen sich oftmals jede Woche wiederholen, ist keine Langeweile oder Routine vorprogrammiert. Mal ist es regnerisch, mal wird die Ruhe von einem Schwarm sehr lauter Kraniche unterbrochen oder es liegt ein Baum auf dem Weg, sodass die Tour in einem Erlebnispfad endet. Doch eins haben alle Unternehmungen gemeinsam: Spaß! Denn es werden immer wieder neue Spiele in die Führung eingebaut, bei welchen die Schüler die Natur kennen und lieben lernen. Zum Beispiel werden auf die „Stimmen des Waldes" beim ruhigen Sitzen und Aufzeichnen einer Geräuschekarte gelauscht oder der Wald mit verbundenen Augen ertastet und dabei mit anderen Sinnen wahrgenommen.

Nach dieser circa 12 km langen Fahrradtour stand am Nachmittag Apfelsaft pressen auf dem Programm. Die Äpfel wurden frisch vom nächstliegenden Dorf geerntet und die Schüler waren vom waschen, schneiden, zerstückeln und pressen bei jedem Arbeitsschritt dabei. Eine Frage hierbei werde ich nicht vergessen: „Warum machen wir uns die Mühe Apfelsaft zu pressen, wenn wir einfach im Supermarkt einen kaufen könnten". Genau das gleiche Kind stand am Ende des Nachmittags mit einem Becher des frisch gepressten und hart erarbeiteten Bio-Apfelsaftes in den Händen da, nahm einen Schluck und sagte „der ist ja lecker!".

 

Spätestens jetzt wurde klar, die anfangs gestellte Aufgabe ist uns gelungen.

Alena Maidel, Umweltpraktikantin 2018 im Müritz-Nationalpark