Commerzbank-Umweltpraktikum

Geburtstag Weltnaturerbe Wattenmeer

Wie jeden Morgen werde ich in meinem Wohnwagen zuerst von den Austernfischern, die auf mein Dach klopfen, und kurz darauf von der Sonne, die durch das Fenster direkt auf mein Bett scheint, geweckt. Es ist 8 Uhr und es wird heiß im Wohnwagen. Selbst hartgesottene Tiefschläfer wie ich werden bei solchen Bedingungen aus dem Bett geschmissen.

Als erstes wanke ich verträumt quer über den Platz zum Duschcontainer und nach einer kurzen Dusche und dem bis dahin im Wohnwagen durchgezogenen Kaffee kann der Tag beginnen. Es ist der Tag des Weltnaturerbe-Geburtstages und es gibt noch viel vorzubereiten aber erstmal entspannt frühstücken. Um 11 Uhr heißt es die Station aufsperren, die Fische füttern und etwas Ordnung schaffen. Inzwischen ist es heiß geworden und lediglich der Wind, der außendeichs immer bläst, verspricht etwas Abkühlung. Aufgrund der Wärme geh ich in die noch kühle Ausstellung, setze mich an die eine Bierbank und schneide die letzte Schablone mit Vogelfußspuren für das Deckwerk. Danach geh ich zur Kasse und übe nochmal das Klarinettenstück, das ich morgen beim Singen am Meer vorspielen soll – bei dem Gedanken daran werde ich schon leicht nervös. Naja irgendwie wird’s schon werden. In der Zwischenzeit reisen immer mehr Leute an um den schönen Samstag am Meer zu genießen. Heute liegen die Hochwasserzeiten auch noch günstig, sodass das Wasser 27°C erreicht. Karibikfeeling an der Nordsee!

Um 14 Uhr heißt es kurz Mittagspause, schnell was essen und noch ehe meine Pause endet steht auch schon Marcel, der Platzwart und Bademeister, bei mir und meint wir müssen jemanden aus dem Wasser retten. Am Ufer angekommen sehe ich schon den zu rettenden. Ein toter Kormoran treibt im Wasser und wird von uns kurzerhand aus dem Badebereich entfernt. Es ist 15 Uhr und auch in der Erlebnisstation herrscht inzwischen reger Betrieb und ich beantworte Besucherfragen schon fast im Akkord. Ab 17 Uhr heißt es schonmal ein paar Dinge nebenher für die Wattwanderung vorzubereiten und beim Strandcafé Abend zu essen. Um halb 7 kommt Rüdiger, mein Chef, für die Wattwanderung und wir bereiten die letzten Dinge vor. Kurz darauf kommen die Ersten für die lange Wattwanderung durch Schlickwatt von Sehestedt bis in den Schweiburger Priel. Insgesamt nehmen 24 Interessierte von nah und fern und von 9 bis 64 Jahren teil. Nach einer Stunde haben wir den Priel erreicht und wir verteilen Kescher und Eimer für die Gäste. Zudem wird ein Preis versprochen für diejenigen die uns eine Sandgrundel oder einen Plattfisch keschern. Am Schluss findet unsere jüngste Teilnehmerin gleich 7 Sandgrundeln und wird mit dem Entdeckerheft der Junior Ranger belohnt. Einen Plattfisch bekommen wir heute leider nicht zu sehen. Gegen halb 10 hat die Gruppe wieder festen Boden unter den Füßen und nach ein Paar abschließenden Worten verteilen sich die Gäste im ganzen Strandbad um den Sonnenuntergang in wenigen Minuten zu genießen.

Wir sind so mit aufräumen beschäftigt, dass wir den Anblick erst nachdem die Sonne weg war genießen konnten. Gegen Viertel nach 10 geh ich müde aber zufrieden erneut zum Duschcontainer am anderen Ende des Platzes und falle nach der Dusche nur noch zufrieden in mein Bett bis mich morgen wieder die Austernfischer und die Sonne wecken.

Maximilian Weidenhiller, Umweltpraktikant 2018 im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer