Commerzbank-Umweltpraktikum

Eine Wanderung, die zusammenschweißt!!

Ein Mittwochmorgen startet hier für gewöhnlich mit einem gespannten Blick auf die Wettervorhersage. Lassen sich Gewitter oder sonstige Unwetter für den Tag ausschließen, dann wird erst einmal fleißig der Wanderrucksack gepackt. Denn im Wildniscamp am Falkenstein, das im Nationalpark Bayerischer Wald liegt, ist mittwochs Wandern angesagt. Und natürlich könnte es für dieses Unterfangen kein besseres Ziel geben als den 1315 m hohen Falkenstein selbst.

Das Wildniscamp ist eine Umweltbildungseinrichtung, in dem sich vorwiegend Schulklassen eine Woche lang mit dem Nationalpark Bayerischer Wald, dem Naturschutz und der Natur an sich auseinandersetzen. Dabei schlafen die Klassen in einzigartigen Hütten, die verschiedene Themen aufgreifen. So gibt es unter anderem eine Erdhöhle, ein Baumhaus, eine Wasserhütte, und verschiedene Nachbauten von Häusern aus anderen, auf der ganzen Welt liegenden Schutzgebieten. An dieser Stelle alle Schlafmöglichkeiten aufzuzählen würde allerdings dazu führen, dass erst auf den nächsten Seiten von der Falkensteinwanderung berichtet würde. Also belassenen wir es dabei, dass das Camp viele verschiedene originelle Schlafstätten für die Kinder bereithält und alleine das Übernachten schon ein echtes Abenteuer und tolles Erlebnis ist.

Also zurück Richtung Falkenstein. Diese Woche ist eine sechste Klasse bei uns zu Besuch und wie gesagt werden Mittwoch früh fleißig die Wanderschuhe geschnürt und es wird losmarschiert. Unser Weg zum Gipfel führt uns durch viele verschiedene Waldstrukturen. Ganz am Anfang wartet ein sekundärer Urwald auf uns, anschließend wandern wir durch einen ehemaligen Wirtschaftswald und nach der Mittagspause überqueren wir eine Windwurffläche.
Da es sich bei dieser Klasse um eine Forscherklasse handelt und die Kinder auch schon viel Wissen und vor allem viel Wissbegierde mitgebracht haben, werden die verschiedenen Waldstandorte voller Eifer verglichen.  
Wir messen Baumumfänge, erörtern zusammen welche Tierarten in welchem Waldstandort einen Lebensraum finden, wie wichtig Totholz als Lebensraum für vielerlei Tierarten ist und noch so vieles mehr…
Auch zwischen den verschiedenen Bildungsstops erzählen die Kinder viel über die Natur und ihre eigenen Erlebnisse dort. Am Gipfel werden dann alle mit einer super Aussicht und einem Eis belohnt. Von oben ist auch das Wildniscamp zu sehen und alle suchen ganz fleißig nach ihren Hütten, in denen sie schlafen. Der Rückweg ist dann nur noch eine Kleinigkeit, denn von dem Gedanken an das Abendessen beflügelt, sind wir im Nu wieder unten.

So geht ein schöner Wandertag zu Ende. Für mich ist es jedes Mal aufs Neue schön zu sehen, was eine solche Wanderung mit einer Klasse anstellt. Wenn Kinder nicht mehr weiterkönnen, weil sie an ihre eigenen Grenzen gekommen sind und eine solche Wanderung zuvor noch nie gemacht haben, dann helfen sie sich gegenseitig weiter. Zudem kommen Kinder miteinander ins Gespräch, die normalerweise nicht so viel miteinander zu tun haben, einfach weil sie dasselbe Tempo gehen.

So ist die Falkensteinwanderung nicht nur im Sinne der Umweltbildung, sondern kann aus einer Klasse auch ein richtiges Team formen.

Lea Stier, Umweltpraktikantin 2018 im Nationalpark Bayerischer Wald