Commerzbank-Umweltpraktikum

Ein Tag im Büro – eigenverantwortlich und gestresst

25.4.2018
Für mich als gelernten Landwirt ist die Arbeit in einem Büro völlig neu. Wahrscheinlich verbringt man auch bei den wenigsten Einsatzstellen des Commerzbank-Umweltpraktikums so viel Zeit am PC wie in der Geschäftsstelle des Biosphärengebiets Schwäbische Alb. Aber unter anderem deswegen habe ich mich bei dieser Stelle beworben: um der Erfahrung willen.

Und ich habe es nicht bereut. Die Kolleg_Innen sind sehr nett, der Umgang miteinander ausgesprochen entspannt. Ich bin gleichzeitig sehr frei und sehr eingebunden, habe meinen eigenen Arbeitsplatz, flexible Arbeitszeiten, strukturiere meinen Tag selbst. Ich nehme an Besprechungen und Veranstaltungen teil und übernehme Aufgaben, die mich interessieren.

Trotzdem braucht es natürlich seine Zeit, bis man in so einem Kontext richtig ankommt. Heute aber hatte ich das Gefühl, voll drin zu sein, denn ich erlebte etwas, das zur Arbeit in einem Büro wahrscheinlich oft dazugehört: Stress! Tatsächlich haben alle meiner Kollegen mehr zu tun, als sie schaffen könnten. Und heute hatte ich auch zum ersten Mal selbst so viele wichtige und dringende Aufgaben, dass ich mir ausrechnete, wie lange ich wohl wofür brauchen würde, und wie viel Zeit mir dann für das andere bliebe. Darin fehlt mir natürlich noch die Erfahrung, was meinen Stress um diese Unsicherheit verstärkte. Ich musste ein Protokoll einer Besprechung schreiben, für eine Veranstaltung Kontakt mit dem Veranstaltungsort aufnehmen, für eine andere Veranstaltung ein Thema finden, Referenten suchen und anschreiben, sowie mögliche ökologische Bedingungen in Pachtverträgen recherchieren und zu einem Vorschlag zusammenfügen.

Und das alles möglichst in acht Stunden, denn morgen wollte ich unterwegs sein, um Broschüren auszufahren, übermorgen ist eine ganztägige Veranstaltung, danach ist langes Wochenende mit Brücken- und Feiertag.

Um es kurz zu machen: Ich habe es geschafft. Manches dauerte länger, aber manches ging auch deutlich schneller, als ich gedacht hatte. Trotzdem ist es eine interessante Erfahrung, dass auch dieser ganze organisatorische Kleinkram wie Protokolle, E-Mails und Anrufe seine Zeit brauchen und einen Tag in Windeseile vergehen lassen können. Schluss zu machen fällt mir oft schwer. Oft denke ich dann: „Huch, schon wieder Feierabend? Komm, die eine Sache mache ich jetzt noch.“ Und so häufen sich auch auf meinem Zeitkonto schon die Überstunden. Und dabei bin ich erst seit dreieinhalb Wochen hier...

Martin Haas, Umweltpraktikant 2018 im Biosphärengebiet Schwäbische Alb