Commerzbank-Umweltpraktikum

Alltag zwischen den höchsten Gipfeln

Für die morgendlichen Besprechungen treffen wir uns um 8 Uhr früh im Umweltbildungsbüro in der Forschungsstation Ramsau, wo wir glücklicherweise gleich daneben wohnen. Wir sind sieben PraktikantInnen die für die täglichen Kinderführungen zuständig sind. Ich bin heute mit Sophia für die Führung „Nationalpark allgemein – Wimbachtal“ eingeteilt, das Tal zwischen den zwei höchsten Gipfeln im Nationalpark Berchtesgaden.

Wir haben die Führung bereits am Vortag geplant und aufgeteilt, wer welchen Teil übernimmt, darum müssen wir nur noch die Anschauungsmaterialen zusammenpacken und um ca. 10 Uhr radeln wir los Richtung Wimbachbrücke, wo wir uns mit der Schulklasse treffen werden. Heute sind es DrittklässlerInnen und sie tragen alle ein knallorangenes Käppi. Wir beginnen die Führung im NP-Infohaus, wo es ein schönes Relief des Parks gibt, an dem man anschaulich ein paar Fakten über den Nationalpark erläutern kann. Nach einer kurzen Klopause geht es steil bergauf zur Wimbachklamm. Bevor wir in den Nationalpark wandern, erraten die Kinder mit Hilfe unseres Lieblingspantomimespiels „Otto Ahnungslos“ selber, wie man sich im Park verhalten soll, damit die Natur geschützt wird. In die Wimbachklamm werden die Kids zu Beginn mit Augenbinde von uns hineingeleitet, damit die steilen, moosbewachsenen Felswände noch beeindruckender wirken. Nach der aufregenden Klamm ist dann auch schon Zeit für eine Brotzeitpause. Danach lernen die Kinder über die vier Lebensräume und verschiedenen Tiere, die es im NP gibt. Heute haben wir einen „special guest“ dabei: Johanna von den AdlerpraktikantInnen! Sie erzählt den interessierten Kindern vom Steinadler-Monitoring, das im NP durchgeführt wird. Dann geht es über einen schmalen „Schleichpfad“ entlang des Wimbachs weiter zu einer passenden Stelle, wo wir über die Aufgaben/Ziele eines jeden Nationalparks sprechen. Unser Wanderziel der Führung ist schließlich das Wimbachgrieß, ein riesiger Schuttfächer wo der Bach unterirdisch fließt. Hier weht immer ein Wind, angenehm an einem heißen Tag wie heute. Sophia erklärt kurz die Entstehung der Alpen generell und des Wimbachtals und wir testen mittels Salzsäure ob es stimmt, dass es sich hier am Grieß um Kalkgesteine handelt. Unter lauten „Wows“ der Kinder blubbert der Stein, unsere Annahme wird also bestätigt. Beim Zurückgehen bleiben wir noch an einem ruhigen Wasserplatz stehen und die Kinder können mit den Füßen ins kalte Wasser eintauchen. Nach einer Feedbackrunde verabschieden wir uns von der Klasse und radeln mit positiven Rückmeldungen der Kleinen wieder nach Hause.

Katharina Doppler, Umweltpraktikantin 2018 im Nationalpark Berchtesgaden