Commerzbank-Umweltpraktikum

Wo geht's hier lang?

Foto: Antonia Ettwein

Und mal wieder sitzen wir im Auto. Cämmerswalde, Rechenberg-Bienenmühle, Nassau – inzwischen sind mir sämtliche Ortsschilder, die am Autofenster vorbeiziehen, gut bekannt. Vorbei an dem schönen Haus mit den grauen Holzschindeln, dem Trafohäuschen mit den Fledermäusen und dem großen Holzlagerplatz biegen wir schließlich auf den Hauptplatz von Frauenstein, schon zum wiederholten Male Ausgangspunkt unserer Wanderungen, ein.

Klasse statt Masse lautet die Devise unserer Mission: Ziel der Wanderungen ist es, unter all den Wanderwegen, die in und um Frauenstein ausgeschildert und auf den Wanderkarten eingezeichnet sind, die besten herauszufiltern. So muss die Gemeinde in Zukunft weniger Wanderwege erhalten und markieren und kann sich mit den vorhandenen Ressourcen auf die Aufwertung besonders schöner Routen konzentrieren. Davon profitieren schlussendlich nicht nur die Gemeinde, sondern auch die Einwohner der Region sowie vor allem Ortsfremde.

Noch ist die Gemeinde aber noch weit vom Ziel entfernt. Ratlos stehen meine Kollegin Anke und ich mal wieder vor einem überfüllten Wegweiser, dessen Markierungen in alle Himmelsrichtung außer der laut Karte richtigen weisen. Wie sich Ortsunkundige ohne Karte zurechtfinden sollen, ist uns schleierhaft. Fast jeder Spazierweg ist mit mindestens zwei verschiedenen Symbolen markiert und da wir für eine gründliche Bewertung und Planungsempfehlung alle Wege abgehen müssen, führen uns unsere Wanderungen nicht nur über idyllische Waldpfade, sondern auch kilometerlang über harte Asphalt- und Betonpflasterwege durch die leergeräumte Agrarlandschaft. Trotz allem genieße ich die Zeit draußen. Denn wer kann schließlich sonst noch von sich behaupten, dass sein Arbeitsalltag zum Großteil aus wandern besteht?

Zurück im Büro wartet dann der unangenehmere Teil der Arbeit auf uns. Nun gilt es, die gewonnenen Daten erst einmal irgendwie in digitale Form zu bringen, um sie anschließend auswerten und darstellen zu können. Nach einer Weile beginnen die Zahlen, die ich in eine Exceltabelle eintippe, vor meinen Augen zu hüpfen und ich bin froh, als ich endlich fertig bin. Die Darstellung im ArcGIS erweist sich auch als schwieriger als gedacht und ich beginne, die Ersteller unserer Wanderkarte für ihr Werk zu bewundern. Bis zur Fertigstellung unseres Berichts inklusive aller Karten ist es noch ein langer Weg...

Antonia Ettwein, Naturpark Erzgebirge-Vogtland 2014