Commerzbank-Umweltpraktikum

Wo es Treibstoff für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge gibt

Foto: Andrea Deloy

Einmal volltanken bitte!
Schon gewusst, dass die kleinste Universitätsstadt Europas in Deutschland liegt? Genauer gesagt in Oberbayern in einer wunderschön erhaltenen barocken Bischofsstadt namens Eichstätt, mitten im Naturpark Altmühltal. Und in eben diesem, dem Umwelt- und Informationszentrum Naturpark Altmühltal in Eichstätt, liegt meine dreimonatige Praktikumsstelle.

Und hier sitze ich gerade an meinem Schreibtisch und habe einen herrlichen Blick auf den Biotopgarten. Die Sonne kommt raus, Lavendel, Salbei und Currykraut am Hochbeet verströmen einen betörenden Duft und locken Bienen, Schmetterlinge & Co. an. Jetzt im Juli steht im Biotopgarten vieles in voller Blüte und so ist diese „Blühende Landschaft“ eine regelrechte Tankstelle für viele Insekten. Die zuckersüße Flüssigkeit im Blütenkelch ist ihr energiereicher „Treibstoff“ zum Fliegen und der Pollen, der nebenbei gesammelt wird, Nahrung für ihren Nachwuchs. Und auch uns Menschen ernähren die fleißigen Blütenbesucher, indem sie mit ihren Bestäubungs-Diensten dafür sorgen, dass z.B. Obstbäume und –sträucher erst Früchte und schließlich Samen tragen können. Doch durch zu intensive Bewirtschaftung, der vermehrte Einsatz von Pestiziden und weiteren Ursachen werden Landschaften und Ortschaften immer monotoner und öder und den Insekten geht der Treibstoff aus. Hier im Biotopgarten hat man aber ein vielfältiges Angebot für diese Blütenbesucher schaffen können und Anliegen und Ziel ist es, dass mehr Menschen dazu angeregt werden im eigenen Garten, in der Stadt, auf dem Balkon oder der Terrasse eine blühende und vielfältige Nahrungsquelle für die kleinen Gäste anzulegen. Auch ich kümmere mich während meiner Praktikumszeit um die summenden Besucher. Unter anderem sorge ich dafür, dass der Tisch für die Insekten reich gedeckt bleibt, dass heißt ich pflege und betreue das vielfältige Nahrungsangebot im Biotopgarten. Und so werde ich regelmäßig selber zum Gast inmitten der blühenden Hochbeete und stehe zwischen wohl riechendem Salbei oder Lavendel, um diese von zu wild wuchernder Winde oder Wicke zu befreien. Dabei immer begleitet von einem Summen, Brummen und Schwirren der Insekten auf der Suche nach einer geeigneten Nektarquelle.

Neben dieser Tätigkeit steht jeden Monat die Wahl zur Pflanze des Monats im Biotopgarten,  Pressearbeit, Begleitung bei Veranstaltungen und mein eigenes Praktikumsprojekt an. In diesem arbeite ich an einem umweltpädagogischen Konzept und greife dabei das Thema Biodiversität und „Blühende Landschaften“ wieder auf.

Meine Idee: Schüler und Lehrer werden im Biotopgarten in die Gaststätte "Zur Blühenden Landschaft" eingeladen, in der es ein vielfältiges Angebot an Menü-Kreationen gibt. Was zeichnet aber die Gaststätte aus, wer sind die Gäste, was steht auf der Speisekarte, wie sind die dortigen Unterkünfte und ist die Gaststätte auch in Zukunft gesichert? Diesen Fragen sollen die SchülerInnen forschend und entdeckend im Biotopgarten auf den Grund gehen können.

... und wenn nach der ersten Arbeitszeit die Mittagspause beginnt zieht es mich auch immer wieder in den Biotopgarten hinaus, um das rege Treiben zwischen Lavendel, Natternkopf und Dost zu genießen. Und nicht nur schwirrende Insekten leisten einem Gesellschaft. Ziemlich sicher wird Nachbarskater Kasimir vorbeikommen, um sich seine Kuschelportion abzuholen.

Andrea Deloy, Naturpark Altmühltal 2014