Commerzbank-Umweltpraktikum

Wie soll ich den heutigen Tag überstehen?

Foto: Stefanie  Jessolat

Es war 04:00 Uhr als der Wecker klingelte- fünf Stunden Schlaf, viel zu wenig. Wie sollte ich nur diesen Tag überstehen? Diese Frage stellte ich mir schon gestern, als ich von den letzten Vorbereitungen total k.o. ins Bett fiel. Aber der Tag sollte perfekt werden und Gabriel, Praktikant und Organisator des heutigen Aktionstages, wollte niemand im Stich lassen. So kam es, dass ganz Waldhäuser, so nennen wir unser altes Zollhaus in dem FÖJler, Praktikanten und Freiwillige des Nationalparks Bayerischer Wald untergebracht sind, bei den Vorbereitungen halfen. Die Überreste der nächtlichen Aktion lagen noch in der Küche.

Nach einem Kaffee ging es mit unserem Bus „Lotti“ in mein Einsatzgebiet: Waldspielgelände Spiegelau. Thema der heutigen Veranstaltung: Aktionstag für Menschen mit Handicap. Über 400 Teilnehmer unterschiedlichster Einrichtungen von Kindergarten bis Erwachsenen waren angemeldet. Doch bevor der Tag „starten“ konnte mussten die Stationen vorbereitet werden. Aussteigen, ausladen, einsteigen, weiterfahren füllte die nächsten Stunden. Ein weiterer Kaffee weckte meine Lebensgeister als der Aktionstag eröffnet wurde.

Schnell gab es noch ein paar Tipps und Zusprüche für Laura, ebenfalls Commerzi, die gestern erst ihr Praktikum beginnen konnte. Dann kam auch schon die erste Gruppe: eine 1. Klasse. Die kleinen, verschlafenen Äuglein leuchteten als sie den riesigen Fallschirm auspackten. Meine Station war eine reine Spaßstation neben den vielem Wissenswerten, was an dem Tag den Kindern und Erwachsenen zum Thema Wald nahegebracht wurde. Als die Gruppe ging, waren alle wach (es war halb zehn) und glücklich. Mein Blick zu Laura verriet, dass auch sie mit ihrer ersten Gruppe gut fertig wurde. Da kam auch schon meine zweite Gruppe: Wolfsteiner Werkstätten-Erwachsene. Ich fragte mich, was sich Gabriel dabei gedacht hat Erwachsene mit einem Fallschirm spielen zu lassen. Doch er hatte ein Gespür dafür: mit der Gruppe lief es ebenfalls super. Fotografen des Nationalparks und regionaler Zeitungen kamen immer wieder vorbei um die glücklichen Gesichter voller Freude für die Ewigkeit einzufangen.

Die Zeit verging wie im Fluge. Die Betreuerin meiner letzten Gruppe erinnerte mich daran, dass sie noch zur Wiese müssen, wo der Tag mit Essen und Trinken endete. Dort angekommen, herrschte Festtagsstimmung. Neben Lachen und fröhlichem Geschwätzt, war überall Dank und Lob für den tollen Tag seitens der Teilnehmer, deren Betreuer aber auch der 25 Stationsbetreuer zu hören. Nach gemütlichem Beisammensitzen mussten die unterschiedlichen Gruppen los und wir räumten zusammen. Innerhalb kürzester Zeit waren sämtliche Spuren des heutigen Tages beseitigt.

Am frühen Nachmittag waren wir, Laura, Gabriel, der FÖJler Fynn und ich, in Waldhäuser zu unserem wohlverdienten Feierabend. Kaputt und müde fiel der Großteil ins Bett, doch ich konnte jetzt nicht schlafen. Ich hatte viel zu viel Kaffee intus und Energie den Tag über gesammelt. So ging es auf die Wiese hinter unserer Unterbringung mit Blick auf den Rachel bei wärmendem Sonnenschein. Was ich jetzt brauchte war Sport.

Stefanie Jessolat, Umweltpraktikantin 2015 im Nationalpark Bayerischer Wald