Commerzbank-Umweltpraktikum

Weltnaturerbefahrt zu den Seehundbänken

Foto: Jennifer Petsch

An einem Mittwoch Ende August nahm mich der Nationalpark-Ranger Martin Kühn zu einer Weltnaturerbefahrt mit. Verabredet waren wir um 10 Uhr auf Nordstrand am Hafen. Dieser liegt etwa 25 Kilometer von meiner Unterkunft entfernt. Als ich morgens aufgewacht bin musste ich feststellen, dass die Sicht durch dichten Nebel stark eingeschränkt war. Da am Deich zahlreiche Schafe grasen, welche gerne plötzlich vor dem Rad auftauchen, war es eine eher abenteuerliche Fahrt.

Auf dem Weg mit der „Adler V“ werden Pellworm und einigen Halligen passiert. Das eigentliche Ziel sind die Seehundbänke. Während der Fahrt erklärt der Ranger, wie das Halligleben funktioniert und er erläutert einige Abläufe, die zwischen Watt und Vogelwelt stattfinden. Wir hatten auch extremes Glück und haben auch während der Fahrt Schweinswale beobachten können. Bei der Seehundbank angekommen, begrüßten uns neben mehreren hundert Seehunden auch vier Kegelrobben, welche sich viel seltener im Wattenmeer aufhalten.

Das Schiff achtet während der Fahrt darauf, nicht zu nah an den Seehunden vorbeizufahren und die Urlauber werden darauf hingewiesen ruhig zu sein, um die Seehunde nicht zu stören. Dies klappte auch überraschend gut, abgesehen von einigen jüngeren Tieren blieben die Seehunde auf dem Sand liegen. Auf dem Rückweg führt der Ranger noch den, vor allem bei Kindern beliebten, Seetierfang durch. Dabei wird ein Netz ins Wasser gelassen und alles was ins Netz geht wird erklärt. Zum Fang können Fische, Krabben, Algen, Garnelen, Seesterne, Algen, Quallen und noch zahlreiche andere Lebewesen gehören. Der Ranger muss, sehr spontan reagieren, so dass jeder Seetierfang individuell ist. Unser Fang bestand allerdings fast nur aus den kampflustigen Schwimmkrabben. Anschließend wird der Fang zurück ins Meer geführt. Dadurch, dass jeder Fang nicht so wie der vorherige ist und dadurch, dass man immer andere Tiere während der Fahrt beobachten kann, lernt man immer was Neues. So ziemlich nach Ende der Erklärungen wird der Hafen erreicht.

Jennifer Petsch, Umweltpraktikantin 2015 auf der Hamburger Hallig im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer