Commerzbank-Umweltpraktikum

Wasserführung durch das Wimbachtal

Heute steht eine Wasserführung durch das Wimbachtal auf dem Plan. Eine sechste Klasse aus Bad Reichenhall trifft sich heute mit Severin und mir, um mehr über den Lebensraum Wasser und den Nationalpark Berchtesgaden zu erfahren. Die Klasse brennt schon im Vorfeld völlig für das Thema und hat bereits während der Busfahrt Fragen zu dem Thema gesammelt, die sie nun endlich loswerden wollen… Spaß beiseite. Wir sind nur „langweiliges Zwischenprogramm“ bis es endlich die nächsten Tage an den Königssee, in das Salzbergwerk oder auf die Go-Kart-Bahn geht. In der Natur wird man schmutzig und nur „Bio-Öko-Streber“ interessieren sich für irgendwelche ekeligen Krabbeltierchen. Soviel zur Ausgangslage.

Spätestens nach dem Warm-Up, den „harten Fakten“ im Infozentrum und der Erläuterung der drei wichtigsten Regeln (Wenn die Füße still stehen, hat auch der Mund still zu stehen, keiner läuft vor uns und siezen verboten – bei Verstoß muss etwas von der Brotzeit an uns abgegeben werden) wird die pädagogische Grundeinstellung klar: Geballte Menpower mit Zuckerbrot und Peitsche!

Auf dem Weg zur Klamm werden das Leitbild des Nationalparks, die Verhaltensregeln geklärt und erläutert. Danach geht es in Form von einer „blinden Karawane“ in die Klamm. Nach dem Herunternehmen der Augenbinden kann man durch die Bank hindurch „Wow-, Krass- und Hammer“-Ausrufe vernehmen. Die restliche Strecke wird ohne Augenbinde und so mit allen Sinnen wahrnehmend zurückgelegt. Danach folgt die Reflexion. Fazit von Luka: „War schon krass chillig!“.

Nach einer kleinen Wanderung talaufwärts kommt der wichtigste Punkt des Tages: Die Brotzeit. Nach der Stärkung nehmen wir die Wassertiere des Wimbachs unter die Lupe. Fleißig werden Kleintiere gesammelt. Köcher- und Steinfliegenlarven kommen im Überfluss vor. Stolz werden die gesammelten Tiere präsentiert, besprochen und danach wieder vorsichtig ausgesetzt. Inzwischen hat auch jedes Tier einen eigenen Namen und die Trennung fällt dem einen oder anderen Schüler sehr schwer.

Weitere fünf Gehminuten trennen uns von unserem nächsten Ziel: Dem Wimbachgries. Hier gehen wir genauer auf Entstehung der Klamm, Geologie und dem Wasserkreislauf ein. Als Abschluss werden noch Steintürme gebaut. Danach geht es schnell zurück zum Bus, da die Zeit mal wieder schneller verflogen ist als gedacht. Am Parkplatz angekommen reflektieren wir nochmals den Tag und verabschieden uns mit einem „Servus“. Erkenntnis des Tages: Bio-Öko-Streber zu sein, ist gar nicht mal so schlecht!

Raphael Böhm, Umweltpraktikant 2016 im Nationalpark Berchtesgaden