Commerzbank-Umweltpraktikum

Von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang: Ein Tag auf Mellum!

Foto: Natalie Tent

Es ist früh, sehr früh. Der Wecker klingelt bereits um viertel nach vier. Doch die Vorfreude ist groß und so fällt das Aufstehen auch gar nicht mal so schwer. Punkt 5:00 Uhr steht auch schon ein kleines Grüppchen am Nassauhafen. Noch ist es dunkel, doch alle freuen sich bereits darauf den Sonnenaufgang an Deck mitten auf dem Jadebusen miterleben zu können.

Doch so groß die Vorfreude bei allen ist, die Inselperle Mellum zu erreichen, so ernst ist doch der Grund unserer frühen Anreise. Denn heute findet eine Müllsammelaktion auf Mellum statt. Mellum ist eine der wenigen unbewohnten Inseln im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und ist vor etwa 100 Jahren auf ganz natürliche Weise entstanden. Über Sommer wohnt lediglich eine Handvoll Vogelwarte auf der Insel, um beispielsweise Brutvogelbestände aufzunehmen. Doch sie alleine schaffen es nicht, sich um das anhaltende Müllproblem auf der Insel zu kümmern. Weltweit ist das Aufkommen an Müll an den Stränden, der über das Meer oft weite Wege hinter sich gebracht hat, ein Problem. Doch viele von uns merken nichts davon, da an öffentlichen Stränden ja meist alles ganz sauber und ordentlich weggeräumt wird.

Nach einem tatsächlich wunderschönen Sonnenaufgang an Deck erreichen wir schließlich die Insel. Ganz trocken bleiben unsere Füße jedoch nicht, denn wer nach Mellum will, muss über eine Leiter von Bord und ein paar Meter durch den Priel waten. Gemeinsam wird schließlich der Proviant für den Tag ins „Eingedeichte“ gebracht. Nach der Begrüßung durch den Mellumrat und einer leckeren Frühstückspause schwärmen wir in drei Gruppen auf der Insel aus. Es dauert ein paar Minuten bis man ein Auge für die kleineren Müllteile und die schmalen Schnüre der Fischernetze bekommt, doch die Mülltüten sind erschreckenderweise schneller voll als gedacht. Des Öfteren entpuppt sich unter einem kleinen Stück Schnur doch noch ein riesiges Netz, das tief im Sand eingegraben im Verborgenen liegt. Doch auch Plastikteile die beim Anfassen bereits zerbröseln verdeutlichen das Problem des Micromülls, der umso leichter in die Nahrungskette der Meeresbewohner gelangen kann. Voller Motivation sammeln wir also weiter und füllen die BigPacks auf, die in zwei Wochen vom NLWKN abgeholt werden.

Am frühen Nachmittag treffen wir schließlich die anderen Gruppen wieder und es bleibt Zeit sich in gemütlicher Runde am Strand über die skurrilsten Funde auszutauschen: Fernseher, Fußbälle und sogar eine Flaschenpost.

Nach einem leckeren Abendessen geht es auch schon wieder auf den Rückweg und nur die Vogelwarte bleiben auf der Insel zurück. Auch an Bord ist die Stimmung nun ganz ruhig und enspannt, so ein Inseltag entschleunigt enorm. Doch während wir den Blick über das Wasser schweifen lassen – War da nicht ein Schweinswal? Wenn auch nur für einen kurzen Augenblick, ein krönender Abschluss des Tages.

Nathalie Tent, Umweltpraktikum 2015, Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer