Commerzbank-Umweltpraktikum

„Tafeltour“ – quer durch den Harz

Foto: Caroline Pöpel

Der Brocken, als höchster Berg im nördlichen Deutschland, ist vielen bekannt. Aber die Harzregion hat noch vielmehr zu bieten und das entdecke ist alles auf meiner „Tafeltour“ quer durch den Harz. Das Gebiet des Natur- und Geoparks Harz erstreckt sich über weite Teile der Bundesländer Niedersachsen, Sachsen- Anhalt und Thüringen. Auf die Schätze der Natur machen mehr als 260 Informationstafeln aufmerksam. Damit das auch so bleibt, müssen die Tafeln von Zeit zu Zeit kontrolliert werden, denn neben natürlichen Verwitterungsprozessen fallen die Tafeln manchmal auch großen Fahrzeugen zum Opfer. Das heißt Wanderschuhe an und los geht es raus in die Natur.

Meine zweite Tour führt mich von Quedlinburg zur Teufelsmauer bei Weddersleben - eine ca. 20 km lange Felsmauer aus Sandstein. Der Sage nach soll der Teufel diese Mauer errichtet haben, um so seinen Teil der Welt von der Gottes abzugrenzen. Die Mauer sollte über Nacht bis zum ersten Hahnenschrei fertig sein. In jener Nacht kam eine alte Dame vorbei, um einen Hahn zum Markt zu bringen. Sie stolperte, der Hahn erschrak und krähte. Der Teufel riss darauf Teile der Mauer wieder ein.
Geologisch betrachtet entstand die Felsformation durch 95 Millionen Jahre zurückliegende tektonische Prozesse. Weiter geht es Richtung Thale, hoch zum Hexentanzplatz. Hexen sehe ich keine, dafür aber viele Touristen. Die Tafel, die über die geologische Entwicklung der Harzregion informiert, findet sich auf dem Gelände des Tierparks. Im zauberhaften Bodetal wandere ich auf dem Harzer Hexenstieg zwischen Treseburg und Thale entlang der Bode auf der Suche nach der nächsten Infotafel. Ein Eichhörnchen schaut schelmisch vom Baum herab. Anscheinend wusste es, dass ich den Weg von der anderen Richtung hätte nehmen sollen um die Tafeln zu finden. Mein letzter Stopp ist ein Wanderparkplatz bei Blankenburg. Die erste Tafel befindet sich bereits auf dem Parkplatz. Weiter geht es in den Wald, vorbei an der aus dem 12. Jh. stammenden Regensteinmühle. Das Flattern einer Flagge lässt meinen Blick nach oben huschen. Hoch über dem Wald Heers thront die Ruine der Burg Festung Regenstein. Die Infotafel, die sich unterhalb der Burg am Pfad befindet, gibt Auskunft über den Weg, den im Mittelalter schon die Deutschen Kaiser und Könige nahmen. 300 Meter weiter den Weg entlang erreiche ich die Sandhöhlen. Mitten im Wald auf einer Lichtung, weißer Sand und Höhlen. Ich bin überrascht, wie vielseitig der Harz doch ist.

Ein ereignisreicher Tag geht zu Ende. Ich habe viel gesehen und neue Eindrücke gewonnen. Morgen geht es auf zur nächsten Tour rund um den Brocken.


Caroline Pöpel, Umweltpraktikantin 2015 im  Natur- und Geopark Harz