Commerzbank-Umweltpraktikum

Seepferdchen-Nachwuchs

Foto Christiane Bock
Abbildung 1 Links: Langschnäuziges Seepferdchen; Oben rechts: Eidersperrwerk (www.un-naturfoto.de); Unten Mitte: Plankton-Netz; Unten rechts: Ich beim Plankton fischen.


Nun bin ich über einen Monat hier im Multimar Wattforum als CB-Praktikantin im Einsatz und habe schon viele schöne und aufregende Sachen erlebt. Wer hinterlässt die Spaghetti-Häufchen im Watt? Warum graben sich die Muscheln ein? Warum sind Plattfische platt? Wie frisst ein Seestern? oder sind Seepocken ansteckend? sind häufige Fragen der Schulklassen, die ich hier im Multimar betreue.  Durch das Erkunden der Ausstellung bei einer Forschertour oder durch das Experimentieren bei einem Forscherlabor werden den Schulklassen das Wattenmeer,  der Nationalpark und die Lebewesen der Nordsee näher gebracht.

Mitte April, noch bevor ich mein Praktikum angetreten habe, ereignete sich etwas Besonderes. Ein langschnäuziges Seepferdchen-Männchen hat im Multimar 16 Junge zur Welt gebracht (Abb.1 Links). Genau Ihr habt richtig gelesen, bei den Seepferdchen bringen die Männchen die Jungen zur Welt. Mittels einer Legeröhre der Weibchen werden die Eier in eine Bruttasche am Bauch des Männchens platziert. Dort entwickeln sie sich und schlüpfen nach 4-5 Wochen mit einer Größe von gerade mal 12 mm. Erwachsene Tiere werden bis zu 15 cm groß. Zunächst benötigen die jungen Nachkommen viel Plankton. Dieses wurde in den letzten Wochen immer frisch gefischt. Immer wenn es mein Zeitplan erlaubt hat, bin ich zusammen mit Kollegen vom Multimar zum Eidersperrwerk (Abb.1 oben rechts) rausgefahren. Dort habe ich ein an einem langen Stiel befestigtes Plankton-Netz (Abb.1 unten Mitte) auf der Nordseeseite des Sperrwerkes mehrmals durch das Wasser gezogen. Auf diese Weise wurde das benötigte Plankton für die Seepferdchen gefischt.

Christiane Bock, Umweltpraktikantin 2015 im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer