Commerzbank-Umweltpraktikum

Reges Treiben

Foto: Stefanie Jessolat
Laura Bier bei der Sommer-Ralley im Waldspielgelände Spiegelau


Immer wieder sind neue Gesichter in der Nationalparkverwaltung, Bildungseinrichtungen, aber auch in der Forschung zu finden. Neben den FÖJlern und Praktikanten ist dort auch eine kleine Gruppe der sogenannten „Commerzis“ anzutreffen. Genauer gesagt handelt es sich dabei um Studenten, die gefördert von der Commerzbank bei unterschiedlichen Nationalparken, Naturparks und Biosphärenreservaten deutschlandweit eingesetzt werden. Haupteinsatzbereich ist die Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit, unabhängig vom Einsatzort.

So war es auch dieses Jahr der Fall, dass fünf junge Studentinnen als Commerzis im Nationalpark tätig waren. Jugendwaldheim, Wildniscamp, Waldspielgelände und Nationalparkverwaltung waren die vorgesehenen Einsatzstellen. Bereits im März begann das erste Praktikum im Jugendwaldheim. Als letztes traten Laura Bier, Bereich Nationalparkverwaltung-Sonderveranstaltungen, und Stefanie Jessolat, Aufgabenfeld Waldspielgelände, im Juli ihr Praktikum an. Sie sind zwei der diesjährigen 65 unterstützten Commerzbank Umweltpraktikanten.

Vorteil des Commerzbank – Umweltpraktikums ist die finanzielle Unterstützung seitens der Bank und die Kostenübernahme für die Unterkunft. Viele Praktika in diesem Bereich sind auf freiwilliger Basis und werden somit nicht vergütet. Das können sich vor allem junge Menschen, die mitten im Studium stehen, nicht leisten. Dennoch ist das Interesse sich in diesem Tätigkeitsfeld zu engagieren groß. Mehr als 1.400 Praktikanten nahmen das seit 25 Jahren bestehende und hier gegründete Projekt an.

Mit schwerem Herzen wird Laura ihren Praktikumsplatz verlassen, hat sie hier doch viele tolle Leute und wahre Freunde gefunden. Auch das entschleunigte Leben war trotz fehlendem Internet und Abgeschiedenheit im Künstlerort Waldhäuser eine Bereicherung für sie. „Die Abende gestalten sich anders als in Mainz“, sagt die junge, kurzhaarige Studentin. Sie vermisst ihre Freunde und Familie daheim, aber auch das kulturelle Angebot für junge Menschen ihrer Generation: die coolen Mainzer Kneipen und spontane Einkaufstouren nachts um 22 Uhr. Ihre Zeit im Bayerwald will sie dennoch nicht missen, hat sie doch an Gelassenheit durch die Arbeit mit Kindergruppen gewonnen. Außerdem kann sie nun besser auf spontane Änderungen reagieren ohne, dass gleich der Angstschweiß ausbricht. Neben dem Schachtenhausfest war sie auch Teil der Organisationsgruppe zum Sonntagsmatinee in Grafenau und Betreuerin bei „Wildnis-hautnah erleben“. Zu ihrem ans Herz gewachsene Projekt, dem Spechtfest in Spiegelau, möchte sie nächstes Jahr als Teilnehmerin kommen, da es dieses Jahr aufgrund der schlechten Wetterverhältnisse kurzfristig abgesagt wurde. Aber so lange wird Waldhäuser nicht auf sie warten müssen. „Ich möchte den Schnee erleben.“, sagt Laura und was eignet sich nicht besser als eine große Wiedersehensparty zu Silvester?

Neben Laura haben alle Commerzis an Erfahrungen und Eindrücken gewonnen - da gearbeitet wo andere Urlaub machen. Auch Achim Klein ist ehemaliger Commerzbank-Umweltpraktikant. 2000 hatte er sich, wie Laura, für die Stelle Nationalparkverwaltung-Sonderveranstaltungen beworben. Kurz vor dem Abschluss seines Studiums in Forstwirtschaft und Ökologie versuchte er sein Lehrbuchwissen und Waldverständnis an Kinder im Nationalpark weiter zu geben – eine für ihn neue und ungewohnte Aufgabe. Genauso wie die Mainzerin musste auch der Eifler sich erst an den niederbayerischen Dialekt gewöhnen. Doch die hilfsbereiten Einheimischen und Kollegen unterstützen die Neuankömmlinge mit Rat, Vokabeln und Nachhilfestunden. Verzaubert von der Natur und den netten Menschen blieb Achim dem Bayerwald treu. Mittlerweile – nach der Mitarbeit in mehreren Projekten in Umweltbildung und Forschung des Nationalparks - leitet er das Wildniscamp am Falkenstein. Dem Umweltpraktikum ist er indes treu geblieben: dieses Jahr betreute er selber zum siebten Mal einen Studenten und alle zwei Jahre lädt die Commerzbank die Umweltpraktikanten aller deutschen Schutzgebiete zu einer Einführungsveranstaltung ins Wildniscamp ein.

Stefanie Jessolat, Umweltpraktikantin 2015 im Nationalpark Bayerischer Wald