Commerzbank-Umweltpraktikum

Nationalpark Berchtesgaden: Geologie erleben im Wimbachtal

Foto: Désirée Hückelheim

Auf diese Führung habe ich mich lange gefreut: 5 Stunden Geologie in meinem Lieblingstal mit Jugendlichen der 7. und 8. Klasse.

Los geht’s an der Nationalpark-Informationsstelle Wimbachbrücke. Und wie es im einzigen Alpen-Nationalpark Deutschlands häufig der Fall ist, müssen wir mit den 21 Jugendlichen gleich mal bergauf: „UFFF. Ich hasse Berge“ – na, das wollen wir doch mal sehen…Das erste Highlight wartet gleich hinter dem zweiten (kleinen!) Anstieg: unsere Wimbachklamm, durch die die Gruppe zunächst blind geführt wird. Und dann (Augenbinden ab), wie immer, „OOH“, „AAH“, „wow, so schön“: Steilwände, tosendes Wasser, Wasserfälle und mittlerweile auch viel Grün   – auch ich bin immer wieder von neuem fasziniert. 200 Millionen Jahre altes Gestein und  die sich seit 10.000 Jahren (letzte Eiszeit) einschneidende Klamm sind natürlich Geologie pur, machen aber auch hungrig.
Vorm nächsten Anstieg heißt es also zunächst: Brotzeit. Gut gestärkt geht’s aufi (hochdeutsch: hinauf), Fossilien begutachten, und dann obi (hochdeutsch: hinab) ans Wasser, Wassertierchen suchen. Auch hier warte ich nicht lange auf Begeisterung für Eintagsfliegenlarve, Steinfliegenlarve und Strudelwurm und bin selber überrascht, wie groß die Tiere mittlerweile sind und was die Jugendlichen so alles zusammensammeln – immer schön vorsichtig mit Pinsel und wassergefüllter Becherlupe versteht sich. Geologie kann richtig lebendig sein!
Mehr davon – wenn auch weniger lebendig – gibt es dann weiter oben („gehen wir nicht in die falsche Richtung?“) im Gries. Hier stehen die Jugendlichen plötzlich auf einem 300 Meter mächtigen Schuttstrom (mit all dem Kies könnte ein Güterzug mit der Länge des Äquators befüllt werden!). Das beeindruckt alle sehr – ebenso wie die erkennbar gleichgerichtete Schichtung von Watzmann und Hochkalter, die Beweis dafür ist, dass es sich mal um ein riesiges Gebirgsmassiv gehandelt hat. Land Art und Steinturm-Wettbauen bieten sich an und erfreuen die Jugendlichen. Bleibt der Rückweg („anstrengend“), den wir mit Tier-Wer bin ich auflockern können.
Zum Abschluss sehen wir uns in der Infostelle noch einmal das Relief mit der gelaufenen Wegstrecke („doch relativ kurz“) an und erfahren, dass es allen gut gefallen hat. Und mir erst! Ich freu mich auf das nächste Mal.

 

Désirée Hückelheim, Nationalpark Berchtesgaden 2014