Commerzbank-Umweltpraktikum

Mit Weißwölkchen und Tannengrün im Zauberwald und am Hintersee

Heute stand für Anki und mich eine besondere Führung an: Von Zwergen und Waldgeistern. Im Gegensatz zu den anderen Führungen im Klausbachtal oder Wimbachtal, findet diese Führung im Zauberwald am Hintersee statt. Die Kinder erleben gemeinsam die Geschichte von Weißwölkchen und Tannengrün. Nach der Morgenbesprechung machten wir uns dann mit unserem selbstgebastelten Weißwölkchen zum Startpunkt der Führung auf.

Zu Beginn lernten die Kinder unser selbstgebasteltes Weißwölkchen kennen und konnten mit dem Schwungtuch nachempfinden, wie der Wind die Wolke hin- und hertrug bis sie eines Tages den Hintersee erreichte. Dort gefiel es der kleinen Wolke so gut, dass sie die Oberwolke nach Erlaubnis fragte, um herunterregnen zu dürfen. Die kleine Wolke regnete somit in vielen kleinen Regentropfen in den Hintersee und im Anschluss zog sie als Nebelschleier durch den Wald. An diesem Punkt der Geschichte machten wir uns auf und gingen Richtung Hintersee, wo wir uns die verschiedenen Farben des Sees genauer anschauten. Im Wald angekommen bekam jedes Kind eine Augenbinde und die Gruppe durchstreifte als blinde Karawane ein kleines Stück des Waldes bis wir bei einer kleinen Tanne anhielten. Dort konnten die Kinder Tannengrün kennenlernen. Das nächste Stück des Weges sollten die Kinder genau darauf achten, welche besonderen Farben im Wald zu sehen sind. Mit großer Begeisterung sammelten die Kinder alles Mögliche ein, was auf dem Weg lose rumlag und ihnen in die Finger kam: Fichtenzapfen, Blätter, Stöcke, Steine und vieles mehr. Dadurch konnten die Kinder fühlen, wie es den beiden Freundinnen Weißwölkchen und Tannengrün erging, als sie gemeinsam den Wald mit seinen vielen Besonderheiten erkundeten. Anschließend durften die Kinder bei einem kurzen Zwischenstopp zeigen, welche Gegenstände sie auf dem Weg und im Wald finden konnten und was an diesen so besonders war. An einem schönen Platz am Hintersee knurrten dann die Mägen der Kinder – und natürlich auch unsere – und wir machten Brotzeit. Eine Schar vorbeischwimmender Enten zog die ganze Aufmerksamkeit der Kinder auf sich. Gegen Ende der Pause erfuhren die Kinder im nächsten Teil der Geschichte, dass die Zwerge dem Waldgeist den Schatz des Waldes aus dem Hintersee gestohlen hatten. Dies führte dazu, dass die Menschen die Besonderheiten des Hintersees und des Zauberwaldes nicht mehr zu schätzen wussten. Um die Zwerge gütig zu stimmen und den Schatz zurückzubekommen, waren die Kinder nun gefragt Häuser für die Zwerge aus herumliegenden Naturmaterialien zu bauen. Alle Kinder waren mit großer Begeisterung dabei, sodass sogar kleine Zwergenhotels mit Terrassen und Sonnenschirmen eröffnet wurden. Weil die Kinder so schöne Zwergenhäuser gebaut hatten, erfuhren sie dann, wo die Zwerge den Schatz des Waldes versteckt hatten. Auch wenn es sich bei dem Schatz für uns um einen gewöhnlichen Stein handelt, glitzert dieser für die Zwerge. Am Ufer des Hintersees wurde der Stein dann gemeinsam von den Kindern zurück in den See geworfen. Dies erfreute den Waldgeist so sehr, dass er wieder glücklich gestimmt war, denn die Menschen konnten sich zukünftig wieder an der Natur erfreuen. Gemeinsam gingen wir dann zurück zum Ausgangspunkt der Führung, wo die Schulklasse dann von ihrem Bus abgeholt wurde. Auch für uns ging es dann zurück ins Umweltbildungsbüro in die Ramsau. Dort räumten wir die Materialien der Führung auf und bereiteten uns auf den nächsten Tag vor.

Johanna Wimmer, Umweltpraktikantin 2016 im Nationalpark Berchtesgaden