Commerzbank-Umweltpraktikum

Naturpark Harz

Foto: Sandra Leutner

Mit Erwin Eichhorn durch den Brühl-Park

Heute war endlich der Tag, an dem ich zum ersten Mal ein Naturerlebnis-programm mit Kindern durchführen konnte. Und zwar mit geflüchteten Kindern, was mich wegen der Sprachbarriere ein bisschen nervös machte. Schon bei der Vorbereitung habe ich darauf geachtet, möglichst nur Spiele zu suchen, bei denen man nicht viel erklären muss. Bevor es allerdings losging, verbrachte ich den Vormittag noch in der Geschäftsstelle und arbeitete an einem Text für eine Informationstafel, die erneuert werden soll. Auch das gehört zu meinen Aufgaben im Natur- und Geopark Harz.

Nach dem Mittagessen packten wir dann zusammen und machten uns auf den Weg. Meine Betreuerin, Isabel Reuter, war auch mit dabei und unterstützte mich bei der Durchführung des Programms. Zuerst gingen wir in die Flüchtlingsunterkunft und trafen uns dort mit der Betreuerin Ulrike Aulebach und dem Dolmetscher Wartan Wartanian, die uns begleiteten. Nachdem sich dann langsam alle Kinder versammelt hatten, machten wir uns auf den Weg in den Brühl, einem großen Park in Quedlinburg, der gleich neben der Flüchtlingsunterkunft liegt. Dort angekommen begannen wir mit einem Memory-Spiel im Großformat, welches ich noch am Tag zuvor gebastelt hatte. Dabei konnten die Kinder auch gleich ihr Deutsch verbessern, denn wir erklärten ihnen die abgebildeten Begriffe. Mit Wörtern wie Baum oder Hase können sie jetzt auf jeden Fall etwas anfangen. Auf dem Weg zur nächsten Station machten wir eine Blindenführung. Leider habe ich am Tag zuvor zu kleine Tücher zum Augen verbinden besorgt. Daher mussten wir immer zwei zusammen binden, weshalb nicht so viele Kinder „blind“ sein konnten. Trotzdem hat es den Kindern gefallen, die Natur auch mal mit anderen Sinnen zu erleben. Danach zeigte ich ihnen, wie Eichhörnchen im Lauf der Jahreszeiten leben. Mit einer Handpuppe spielte ich vor, wie sie auf Bäume klettern, Nüsse essen und einen Kobel bauen. Anschließend durften die Kinder selbst Eichhörnchen sein. Jeder von ihnen versteckte eine Nuss im Wald, dann bauten wir zusammen einen Kobel aus Ästen und Gras und kuschelten uns zusammen. Als die „Eichhörnchen“ im Winter Hunger bekamen, suchten sie ihre Nüsse wieder. Abschließend zeigte ich der Gruppe noch, wie man ein Rindenrubbelbild erstellt. So hatten sie auch gleich eine Erinnerung an den Tag, die sie mit nach Hause nehmen konnten. Mir wird der Tag auf jeden Fall im Gedächtnis bleiben. Auch wenn es anstrengend war, hat es sehr viel Spaß gemacht. Und die Sprachbarriere zwischen uns und den Kindern zu überwinden war leichter als gedacht. Zum einen war ja ein Dolmetscher dabei, der uns wirklich sehr geholfen hat, und zum anderen klappte es auch richtig gut, sich mit Händen und Füßen zu verständigen.

 

Sandra Leutner, Umweltpraktikantin 2016 im Naturpark Harz