Commerzbank-Umweltpraktikum

Liebes Nationalpark Eifel-Tagebuch

Heute war wieder einiges los. Nach meiner (freiwilligen) Biwak-Nacht auf der Dreiborner Hochfläche konnte ich am Morgen mit meinem Fernglas eine Rotwildherde beobachten. Nach einem etwas dürftigen Frühstück und einer kalten Nacht bei Temperaturen knapp über 0 Grad eine gute Belohnung fürs draußen Schlafen. Anschließend ging es dann mit dem Fahrrad die alte Panzerstraße entlang zum Treffpunkt. Heute Vormittag habe ich an einer ornithologischen Ranger-Fortbildung teilgenommen. Wir lernten dabei die offenlandliebenden Feldlärchen, den Fitis, die Goldammer und den Zilp-Zalp kennen. Zum Glück gab es bestes, klares Frühlingswetter und ich konnte bei der Schulung sehr gut auf mein vor-erlerntes Vogelwissen aus der Einführungswoche im Bayerischen Wald aufbauen. Am frühen Mittag war die Schulung vorbei und ich machte mich mit meinem Rad auf in Richtung des Geländes der ehemaligen Nazi-Ordensburg Vogelsang. Mitten im Nationalpark Eifel liegt dieser geschichtsträchtige Ort, an dem man viel über die NS-Vergangenheit lernen kann. Einen schönen Aussichtspunkt auf die Stauseen des Nationalparks und einige Wanderwege gibt es dort auch. Mein Auftrag für den Rest des Tages war es, die Wanderwege um das Gelände von Vogelsang zu erkunden und die Informationen für mein Praktikumsprojekt zu nutzen -  Die Entwicklung eines Online-Wanderportals. Dafür muss ich das Schutzgebiet natürlich wie meine Westentasche kennen. Die vielen schönen Wanderwege zu Fuß abzulaufen wäre allerdings zu mühselig, zumal das Praktikum auch nur drei Monate lang dauert. Also war ich recht dankbar, dass ich seit heute ein E-Mountainbike für meine Arbeit nutzen konnte. Damit war es nun wirklich möglich, mich sehr schnell im Raum zu bewegen und alles auszukundschaften. Ich entdeckte an diesem Tag viele schöne Varianten rund um Vogelsang und machte mir fleißig Notizen und zeichnete alles in meine Nationalparkkarte ein. Zwei Stunden vor Feierabend war ich dann wieder zurück im Büro und habe meine Beobachtungen dann mit bestehenden Wandervorschlägen in der Literatur abgeglichen. So konnte ich an diesem Tag für den Bereich Vogelsang ein paar Routen definieren. Ich bin schon gespannt was die Kollegen davon halten, die mich hier alle bestens aufgenommen haben. Nachdem alle Routen stehen wird die nächste Aufgabe sein, diese mittels einer Geoinformationssoftware zu digitalisieren und ansprechende Texte zu schreiben. Das sind aber schon die Übernächsten Schritte.
Für heute bin ich froh, dass ich einen weiteren weißen Flecken auf meiner Nationalpark-Landkarte tilgen konnte und so meinem Ziel etwas näher gekommen bin. Und ganz nebenbei war ich auch noch fast den ganzen Tag draußen, habe Sport gemacht, etwas gelernt und die herrliche Natur genossen…

Martin Kasprzyk, Umweltpraktikant 2016 im Nationalpark Eifel