Commerzbank-Umweltpraktikum

Lasst euch gewarnt sein...

Foto: Elisabeth Loose

„Lasst euch gewarnt sein, nach diesem Praktikum hat schon so manch einer seine Lebensplanung neu konzipiert.“, schmunzelt Lukas Laux, Umweltbildner im Nationalpark Bayerischer Wald, während unseres Einführungsseminars. Dabei denke ich mir nichts weiter, meine Lebensplanung ist zwar nicht abgeschlossen, aber können fünf Monate Praktikum wirklich solch einen Einfluss nehmen? Die Antwort ist ganz klar: Nein, zwei Monate reichen auch.

Als ich im Mai 2014 mein Praktikum im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft begann, war ich nach einer Einführungswoche im Schutzgebiet zum einen ganz schön erschlagen – wie sollte ich mir das als Quereinsteiger alles jemals merken? – und zum anderen überwältigt von der Schönheit der Natur: knorrige alte Buchenwälder, die manchmal recht raue Ostsee, Neulandentwicklung direkt vor meiner Nase und eine wunderbar lebendige und vielfältige Tierwelt. Mit der Zeit wurde mein Verständnis der Vorgänge in der Region ausgeprägter, meine Artenkenntnis wuchs kontinuierlich. Diese Begeisterung konnte ich in den ersten Wochen meines Praktikums während vieler Projekttage mit Schulklassen der Stufen 1 bis 7 weiter vermitteln und lernte so nebenbei auch selbst spielerisch alles noch besser kennen. Nach diesen ereignisreichen Wochen brach die Sommer- und damit Ferienzeit an. Nun standen Freizeitprogramme wie mein eigen konzipiertes Sommercamp, Führungen von Feriengruppen und eine von mir geleitete Familienführung „Der Natur auf der Spur“ auf der Tagesordnung. Diese Zeit war intensiv und wunderbar für mich. Besonders Spaß machte mir das bundesweite Junior Ranger Camp im Biospährenreservat Mittelelbe. Die Kinder haben so viel Freude und Begeisterung für die Natur und ihre Umwelt an den Tag gelegt - das hat mich einfach fasziniert und inspiriert.

Neben den Aktivitäten im Bereich der Umweltbildung habe ich auch stets die Öffentlichkeitsarbeit unterstützt, die mir durch einschlägige Vorerfahrungen wenig Probleme bereitet hat. Mittlerweile bin ich für den Facebook-Auftritt des Nationalparks zuständig und aktualisiere den Artikel des Schutzgebietes auf Wikipedia.
Anfang Juli tat sich die Chance für eine Fortführung meiner Arbeit hier im Nationalpark auf – und ich habe sie beim Schopf gepackt. Es galt eine befristete Stelle als Sachbearbeiterin im Sachgebiet Umweltbildung zu besetzen. Nach erfolgreicher Bewerbung bin ich nun seit Ende Juli für ein Jahr Teil des Teams im Nationalparkamt. Ich darf hier weiter die Landschaft genießen, Kindern die Begeisterung für Natur näher bringen und meinen Horizont erweitern. Lukas Laux würde nun wahrscheinlich sagen: „Ich habe dich gewarnt.“

Elisabeth Loose, Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft 2014