Commerzbank-Umweltpraktikum

„Land Art“ – ein ganz NATUR-liches Kunstwerk

Foto: Carla Harringer


Die sanfte Morgensonne verleiht den jungen Buchenblättern eine noch intensivere Farbe, die Vögel zwitschern aus vollem Hals während ich auf dem Weg zu meiner Einsatzstelle im Nationalpark Harz bin. Jeden Morgen genieße ich die Ruhe des Parks, den ich durchquere, um zu meinem Büro in Sankt Andreasberg zu kommen. Es ist ein kleiner, ruhiger Ort, wo außerhalb der Tourismuszeiten nicht viel los ist und es wirkt so als gäbe es hier keine Eile. Manchmal fühlt es sich etwas ausgestorben an, und so als wäre Mensch hier ein paar Jahrzehnte zurückversetzt.

Meinen Morgen und Vormittag verbringe ich heute mit der Vorbereitung des Junior-Ranger-Wildniscamps. Am späten Vormittag kommen die Ranger Hermann und Bernd vorbei, und wir besprechen unsere heutige Jugendstunde mit den „Wölfen“, den Junior-Rangern aus Braunlage. Die Vorbereitung läuft gut, wir sind voller Ideen und inspirieren uns gegenseitig.

Bald ist auch schon Mittag. Jeder packt sein Brot aus, mampft fröhlich vor sich hin, und natürlich wird heiter weitergeplaudert. Auch die anderen Mitarbeiterinnen des Bildungszentrums essen mit uns.

Um 14.30 geht’s dann wirklich los mit der Jugendstunde. In den letzten Einheiten haben wir uns mit den heimischen Baumarten beschäftigt. Dieses Thema setzen wir auch heute fort. Die Kinder toben sich ordentlich aus bei einem Spiel während wir zum Wald hoch gehen.

Land Art“ ist unser heutiges Projekt. Das heißt, ein Kunstwerk aus allem, was die Natur so bietet, zu basteln. Die Junior-Ranger bekommen verschiedene Aufgaben, die einen müssen etwas „Weiches“, die anderen etwas „Spitzes“, „Rundes“, etc. suchen. Manche Kinder sind nach wenigen Minuten mit ihrem Objekt zurück, andere suchen lange im Wald nach dem passenden Gegenstand, der dann wirklich hundertprozentig ihrer Vorstellung entspricht. Spaß haben sie alle! Spannend wird’s in dem Moment, in welchem die Gruppe gemeinsam ein Bild aus den selbstgesammelten Materialien fabrizieren muss. Hier gibt es so manche Meinungsverschiedenheit, aber schlussendlich wird sich doch geeinigt und es entsteht ein NATUR-liches Kunstwerk.

Ich verteile hier nur die Aufgaben, gebe Tipps und schaue, dass die Gruppenharmonie erhalten bleibt. Und am Ende bin ich die, die das Bild bewundern darf.

Carla Harringer, Umweltpraktikantin 2015 im Nationalpark Harz