Commerzbank-Umweltpraktikum

Junior-Ranger-Camp 2015 in der Eifel

Foto: A. Simantke-NP Eifel

Wie fast jedes Jahr fuhr auch dieses wieder eine Gruppe Juniorranger aus der Region zum schon 13. Juniorrangertreffen, welches diesmal in der Eifel stattfand. Über 300 Teilnehmer aus 23 verschiedenen Schutzgebieten nahmen teil.

Ein kleiner Ort namens Düttling und die dortige Wildniswerkstatt war am Morgen des 4. Juni das Ziel der kleinen Truppe, die aus zwölf Jungs bestand und von drei Betreuern begleitet wurde. Margitta Jendrzejewski, Katja Wingerter und ich, Vincent Persy, bildeten das Gespann, das für die Kinder an den vier Tagen im Camp die Verantwortung übernehmen sollte. Die geplante Abfahrt um 7:30 Uhr verzögerte sich natürlich um ca. eine halbe Stunde, da es, wie immer bei so einer Art Ausflug, nicht alle rechtzeitig schafften am ausgemachten Punkt, dem Parkplatz in Königsstein zu sein. Dennoch war schnell alles Gepäck verladen und den Eltern aus dem Fenster gewinkt und wir fanden uns auf der Autobahn Richtung Eifel wieder.

Wir rechneten mit acht Stunden Fahrt und waren alle entsprechend darauf vorbereitet. Die Rucksäcke der Kinder waren gefüllt mit Proviant und Leckereien für die lange Fahrt, hier und da hatte jemand etwas zu lesen, die älteren Juniorranger gingen aber mit der Zeit und hörten über ihre Smartphones Musik oder spielten Spiele. Alle zwei Stunden wurde pausiert und man konnte sich die Beine vertreten. So fuhren wir vor uns hin bis sich schließlich der Kölner Dom auf der rechten Seite zeigte und uns zu erkennen gab, dass es nicht mehr als zu weit sein konnte. So eine Busfahrt ist, obgleich nur gesessen wird, ziemlich anstrengen, grade für Kinder. Einmal durch das Dorf Düttling durch, ließ man uns auf das Gelände der Wildniswerkstatt des Nationalparkes Eifel ein. Die Sonne schien noch und motivierte uns. Schnell waren alle Zelten aufgebaut und die Schlafplätze eingerichtet.

Eine Begrüßung der Teilnehmer folgte noch am gleichen Abend. Vorab gab man uns Betreuern grobe Instruktionen über den Verlauf des Lagers und Besonderheiten die berücksichtig werden müssen. Zum Beispiel war dies der trockenste Mai seit 40 Jahren gewesen und die Zuständigen machten sich große Sorgen über die Waldbrandgefahr. Rauchen und der gleichen war im Wald also untersagt. Nach dem Abendessen führte ein ortsansässiger Juniorranger noch vor, wie man mit Schlageisen und Zunder ein Feuer entfacht. Gleichzeitig eröffnete er damit die Lagerfeuerrunde die gleich regen Zulauf fand, als die Gitarre erklang. Das eine Feuerschale inmitten einer Lichtung stehen durfte war eine besondere Ausnahme versicherte man mir. Bis spät abends saß man gemeinsam am Feuer und sang zusammen. Unter der Leitung von Lars, einem Animateur, dichteten die Kinder ein Lied das gleich zur Hymne des Camps erkoren wurde. An besagtem Song wurde noch lange gefeilt bis wir uns voller Vorfreude auf den nächsten Tag, schlafen legten.

Der Morgen begann für mich persönlich recht ungemütlich mit einem Schwall Wasser ins Gesicht. Am Vorabend drohte ich unbedacht und blind vor Wut über deren Verhalten den großen Juniorrangern mit Frühsport, hätte aber nicht gedacht, dass sie mir zuvorkommen. Nach einigen Übungen und einer kleinen Runde die wir gelaufen waren, fanden wir uns wieder vor den Zelten ein wo die anderen sich bereits aufs Frühstück freuten. Heute stand die Rallye auf dem Plan bei der wir zehn Stationen, die über acht Kilometer im Wald verteilt waren, ablaufen sollten und pro Station einen mit einem Buchstaben bedruckten Würfel erhielten. Am Ende sollte dann ein Lösungswort daraus entstehen, das mit einem Lederband ums Handgelenk getragen werden konnte. Die Stationen behandelten Themen wie die Arbeit eines Rangers, bedrohte und seltene Tiere oder auch die Barrierefreiheit in einem Nationalpark. Die Kinder hatten viel Freude an den abwechslungsreichen Ständen, die dort wirklich gut organisiert waren.

Nach der langen Lauferei bei brühenden 30°C im Schatten waren wir alle ziemlich ausgepowert. Dennoch spielten wir zusammen Fußball und kühlten uns unterm Rasensprenger ab. Wir beobachteten die Reste der Aktivitäten, die in unserer Abwesenheit von anderen Gruppen im Camp ausgeführt wurden. Workshops wurden angeboten und wir trugen uns alle für verschiedene am Folgetag ein. Auch diesen Abend gab es wieder ein Lagerfeuer aber vor allem ein großes Gewitter, das uns allerdings nur von weitem beeindruckte. Es umschloss scheinbar das ganze Lager und überall waren Blitze zu sehen. Doch wir bekamen nur ein wenig Regen ab, mehr nicht.

Der Samstagmorgen ließ etwas Zeit um länger zu schlafen, doch um 8:00 Uhr saßen alle beim Frühstück. Besonders freuten sich die Jungs auf die Knappenschule die mit Stockkampf, Bogenschießen und einem echten Kettenhemd lockte. Andere Workshops wie Fotographie oder Moderation auf der Bühne hatten aber auch keinen Teilnehmermangel. Alle diese Workshops begannen allerdings erst um 14:00 Uhr. Den Vormittag verbrachte man also auf dem Markt der Möglichkeiten, auf dem ein echter Schmied Einblicke in seine Werkstatt ermöglichte oder ein Schaf geschoren und dessen Wolle dann anschaulich zu Garn verarbeitet wurde. Das Deutsche Rote Kreuz bot den Kindern im Wald Baum- und Kistenklettern an, es gab eine große Baumschaukel und es konnte selbst Brot über dem Feuer gebacken werden.

Am Abend gab es nach dem Essen, bei dem auch Grillgut auslag, ein Bühnenprogramm mit Filmbeiträgen, Bildern aus dem Fotoworkshop und moderiert wurde das Ganze von Kindern aus dem Moderationsworkshop. Es wurde der Standort für das Camp im nächsten Jahr vorgestellt und gemeinsam trugen wir noch unser selbstgedichtetes Lied vor. Nach der Verabschiedung am Abend saßen viele wieder am Feuer und sangen miteinander, diesmal noch länger als sonst da am Sonntag darauf ja nur die Rückfahrt anstand. Gemütlich und bei echter Lagerfeuerromantik genossen wir den letzten Abend in unserem Camp.

Sonntag ging es früh um 7:00 Uhr hoch, da wir um 9:30 losfahren wollten. Also packten wir gleich nach dem Aufstehen unsere sieben Sachen zusammen und gingen in das große Festzelt, indem das Frühstück bereitstand. Jeder schmierte sich noch ein paar Brötchen und packte sie für die Fahrt ein. Das Abbauen unseres großen Zeltes barg einige Komplikationen mit sich, aber auch das schafften wir mit geballter Juniorrangerkraft. Als alles im Bus verstaut war, verabschiedeten wir uns von unseren neu gemachten Bekanntschaften und machten uns auf den Weg zurück gen Heimat. Weil sich alle im Großen und Ganzen so toll benommen hatten hielten wir auf dem Rückweg noch bei einer, von den Kindern ach so geliebten Fast Food Kette und kamen satt und glücklich gegen 19:00 Uhr in Königstein an.

Alles in Allem hatten wir sehr viel Spaß in diesem Camp, wir kamen gut miteinander aus und die Kinder haben das ein oder andere dabei gelernt. Ich bin so froh, wie ich überrascht bin, dass sich niemand wehgetan hat, nicht einmal ein Pflaster bin ich losgeworden. Auch das nichts verloren gegangen ist, ist ein für so eine Reise fast schon verdächtig. Dennoch war ich sehr froh darüber mitgekommen zu sein und auch Margitta und Katja schienen ihren Spaß gehabt zu haben. Auf das nächste Jahr blicke ich gespannt und bin nach Möglichkeit wieder dabei. Die Organisation war super und ich finde das ganze Juniorrangerkonzept ist eine tolle Sache. Ich hoffe, dass die Jungs noch eine Weile dabeibleiben und vielleicht selbst einmal ein Camp ausrichten. Auf ein tolles nächstes Jahr!

Vincent Persy, Umweltpraktikant 2015 im Nationalpark Sächsische Schweiz