Commerzbank-Umweltpraktikum

Insektenalarm - Kleine ForscherInnen auf der Wiese

Foto: Carla Harringer

Halb 8 Uhr früh in der Ramsau, zehn junge Menschen sitzen um den Tisch versammelt zur morgendlichen Besprechung und nippen an ihrem Tee und Kaffee. Bevor die Planung losgeht, ziehen wir alle noch eine „Chill mal dein Leben-Karte“, um uns auf den Tag einzustimmen. Mein Motto heute ist „Alles, was Du bist, darf blühen“ - das passt perfekt zur heutigen Wiesenführung.

Auf geht’s, mit dem passenden Material bepackt starten Sophia, meine Teamkollegin, und ich mit dem Fahrrad Richtung Klausbachtal. Die 18 ErstklässlerInnen erwarten uns schon neugierig. Wir werden mit einem einstimmigen und lauten „Guten Morgen“ begrüßt. Zum Thema Wiese melden sich gleich einige motivierte Schüler und geben stolz ihr Wissen preis, andere stehen schüchtern im Kreis und schauen uns nur mit großen Augen an. Wir laufen los, zur ersten Station, wo die Kinder mit Becherlupen Wiesentierchen einfangen und bestimmen. Spätestens jetzt haben die meisten SchülerInnen ihre Scheu verloren und sind voller Begeisterung dabei. Ein Mädchen kommt strahlend auf mich zugelaufen und zeigt auf ihre Hand, wo eine schwarze Nacktschnecke kriecht. Auch von den anderen Kindern wird diese neugierig bestaunt, Scheu und Ekel empfindet keiner, der Entdeckungsdrang ist eindeutig größer. Mich beeindrucken v.a. die Unvoreingenommenheit und Begeisterung für solch alltägliche Naturphänomene. Fleißig tragen sie jeden Fund in ihren Wiesenforscherauftrag ein, denn die Kleinen fühlen sich wie große ForscherInnen. Auf dem Weg zur nächsten Station, hängen sich gleich zwei Kinder an mich und erzählen mir begeistert was sie gerne so machen und welche Tiere sie schon alle gesehen haben. Sie wollen meine Hände gar nicht mehr loslassen und haben auch viel zu erzählen. Erst beim unserem nächsten Spiel, „fleißige Bienchen“, bekomme ich meine beiden Hände zurück. Herumlaufen finden alle toll, besonders wenn es dann auch ein Wettbewerb ist, wer die meisten Blumen (in Form von laminierten Bildern) sammelt. Wir besprechen die Blumenarten und ich erkläre ihnen, warum die Bienen und Insekten so wichtig sind für uns. Die meisten hören gespannt zu, aber manche wollen natürlich lieber weiterspielen bzw. forschen. Und so sind auch schon 3,5 Stunden vergangen. Den Kindern verleihen wir abschließend noch ihre Forscherpässe und sie verabschieden sich freudig. Auch für uns geht’s zurück ins Büro-  das war eindeutig ein schöner Vormittag und das bleibt wohl eine meiner Lieblingsführungen.

 

Carla Harringer, NP Berchtesgaden 2014