Commerzbank-Umweltpraktikum

Inkognito durch Wies‘ und Wald…oder auch nicht!

„Seid ihr dienstlich oder tatsächlich privat hier?“ lautete die erste Frage, als mein Kollege und ich auf unsere lachende Wanderführerin trafen. Mit diesem Satz war unser Plan, der Wanderung unerkannt beizuwohnen, gescheitert. Bei dem sogenannten „Mystery Check“ sollten wir unbemerkt prüfen, ob die im Rahmen der Partner-Initiative vereinbarten Bestimmungen durch unsere Natur- und Landschaftsführerin eingehalten werden. Nach einer gemeinsamen Lachpause erklärte sie, wir seien bereits bei der Anmeldung durch unsere Namen erkannt worden. Da der Altersdurchschnitt der Teilnehmer über 50 lag, wären wir jedoch sowieso aufgefallen wie bunte Hunde. „Da hätten wir mit dem Biosphären-Dienstwagen gar nicht so weit weg parken müssen“ und „das nächste Mal kommen wir dann mit Biosphären-Cappies“ scherzten wir gemeinsam mit ihr.

Genauso amüsant wie die Führung nun begonnen hatte, sollte es die nächsten fünf Stunden weitergehen. Nach einem kurzen Besuch einer kleinen Kapelle, ging es über Wiesen und Wald durch das wunderschöne Lautertal. Zwischen steilen Auf- und Abstiegen erfuhren wir alles über die Geschichte der Alb, stellten uns beim Besuch der Gerber-Höhle das Alb-Leben während der Eiszeit vor und genossen den Blick auf zahlreiche Burgruinen. Neben botanischen Highlights wie dem Rindsauge, einem eiszeitlichen Relikt, oder dem Helmknabenkraut, einer bekannten Orchidee der Alb, konnten wir noch viele weitere schöne Pflanzen betrachten.

Mein persönliches Highlight waren allerdings die beeindruckenden Aussichten, die man von den verschiedenen Felsen aus hatte. Immer wieder bot sich die Möglichkeit Felsen und Mauern von Burgruinen zu besteigen und den Blick über die wunderschöne Landschaft schweifen zu lassen. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch ein typisch schwäbisches Gespräch zwischen den einheimischen Teilnehmern und dem ortsansässigen Förster. Die Alb wie sie leibt und lebt, das konnte man während der Wanderung definitiv erleben. Abgesehen von der grandiosen Landschaft und dem anschaulich vermittelten Wissen, wird mir die tolle Atmosphäre während der Führung noch lange im Gedächtnis bleiben. Ein perfekter Tag außerhalb des Büros.

 

Amanda Link, Umweltpraktikantin 2016 im Biosphärenreservat Schwäbische Alb