Commerzbank-Umweltpraktikum

In manchen Situationen fühle ich mich wie ein Forscher

Foto: Clara Felz
Weißzahnspitzmaus


Mein Tag beginnt mit einem Spaziergang zum Forstamt, auf diesen par Metern sehe ich oft Rehe oder Füchse, aber am meisten freue ich mich über die Katze „Schnurrbert“.

Im Büro angekommen werden Emails gelesen, Daten aufgearbeitet, Berichte geschrieben … und noch mit meinem Betreuer die laufende Woche besprochen

Spannend wird es, wenn die Sonne schon höher am Himmel steht. Ich packe meinen Rucksack: Lupe, GPS, Schiebelehre, Fernglas und mein Fauna-Bestimmungsbuch. Mein treuer Drahtesel wartet schon auf mich und ich fahre zum Urftseerandweg.

Mit suchenden Blicken fahre ich die malerische Strecke ab. Ab diesen Moment verlaufen die nächsten 3 Stunden immer etwas anders…im Schneckentempo habe ich über die Hälfte der Strecke geschafft. Auf meinem Kartierungsbogen stehen bereits zwei Mauereidechsen und in Gedanken bin ich bei einem Pott Kaffee. DA! Da liegt etwas auf dem Weg. Ich fahre heran und erkenne, dass ich einen neuen Fund gemacht habe.Hier ist es wichtig genau zu lesen und die einzelnen Körperpartien genau zu messen. Nach vielem Messen und Angucken steht das Ergebnis: Familie der Weißzahnspitzmaus, wahrscheinliche Art Hausspitzmaus.

Schnell ist klar, es handelt sich um eine Spitzmaus. Ein kurzer Blick und meine Vermutung bestätigt sich: Es ist eine mit weißen Zahnspitzen. Aber um auf Nummer sicher zu gehen setze ich mich zu dem Tierchen und schlage das Weißzahnspitzmaus-Bestimmungsbuch auf.

Der nächste Schritt ist die Beurteilung der Todesursache und des Zeitraumes. Die Spitzmaus ist nicht starr. Sie hat keine Fliegen oder Maden in sich und kein Geruch an sich. Der Todeszeitpunkt liegt nicht allzu sehr in der Vergangenheit. Äußerlich kann ich weder am Körper noch am Kopf Verletzungen erkennen. Die Todesursache ist also schwierig zu klären, da ich durch das dichte Fell, mir kein genaueres Bild machen kann.

Da die Weißzahnspitzmäuse eine noch nicht dokumentierte Art im Nationalpark ist, schnappe ich mir einen Gefrierbeutel und beschrifte diesen mit Datum und Fundort. Ich nehme das Tier mit und übergebe es meinem Gefrierfach damit ich später eine Zweitmeinung einholen kann.

Das Forschungsmuseum König in Bonn hat diesen Fund einige Tage später für mich nachbestimmt. Und es ist tatsächlich eine Hausspitzmaus. So konnte ich durch meine Arbeit die Artenliste des Nationalparkes um eine Art ergänzen.

Clara Felz, Umweltpraktikantin 2015 im Nationalpark Eifel