Commerzbank-Umweltpraktikum

Im Naturpark Eichsfeld – Hainich – Werratal (EHW)

Mein Tag im Naturpark beginnt mit dem Aufstehen. Ganz richtig, die Wohnung für Praktikanten und Freiwillige befindet sich direkt auf dem Gelände der Naturparkverwaltung. Von meiner Haustür sind es nur 20 Meter ins Büro. Dort angekommen setzte ich mich an den Computer, denn entgegen meiner Erwartungen bei der Bewerbung umfasst die Tätigkeit im Naturpark mehr, als in der freien Natur Kindern und Jugendlichen den Umweltschutz näher zu bringen. Unter anderem zählt dazu auch, die Öffentlichkeit über Naturschutz zu informieren und sie für das Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt zu sensibilisieren. Die Öffentlichkeit das sind alle, dazu gehören auch Menschen mit Migrationshintergrund und Behinderung.
In der Naturparkverwaltung Eichsfeld – Hainich – Werratal nehmen die Mitarbeiter diesen Auftrag ernst und das Gelände ist bereits größtenteils barrierefrei zugänglich. Doch Barrierefreiheit ist kein Zustand, der einmal erreicht werden kann und auf dem man sich dann ausruhen könnte. Denn jeder Mensch ist anders und jede Behinderung bietet andere Herausforderungen. Daher ist Barrierefreiheit eher ein Prozess, an dem es ständig zu arbeiten gilt; der auch immer noch Verbesserungsmöglichkeiten bereithält, um noch mehr Menschen den Zugang zu den Angeboten des Naturparks zu ermöglichen. In diesem Rahmen arbeitet der Naturpark zurzeit mit dem thüringischen Blinden- und Sehbehindertenverband an einer Ausweitung des Angebots für Menschen mit Sehbehinderung.
Während meiner Zeit im Naturpark arbeite ich selbstständig an diesem Projekt, entwerfe Inhalte, gestalte das Layout von Broschüren und Plänen und kommuniziere die Ergebnisse mit dem lokalen Blinden- und Sehbehindertenverband, sowie den Projektträgern von EUROPARC Deutschland e.V. und der Aktion Mensch. Daran arbeite ich morgens und nachmittags, bevor die Kindergruppe angereist ist und nachdem sie wieder fährt. Die Kindergruppen kommen annähernd täglich gegen 10 Uhr und fahren nach ca. dreistündigem Programm und Mittagspause um 14 Uhr wieder ab. Das Umweltbildungsteam des Naturparks, zu dem ich mich während der drei Monate auch zählen darf, bietet verschiedene Programme an.
Zu Beginn meiner Zeit durfte ich das Programm zum Wildtier des Jahres, dem Feldhamster selbst gestalten. Dazu gehört neben Spielen und Basteln auch ein Puppentheater. Die Arbeit mit Kindergarten- und Grundschulgruppen ist immer aufregend, anregend und anstrengend zugleich. Wenn die Tagesbesucher dann wieder abreisen und die Mitarbeiter im Naturpark sich in den Feierabend verabschieden, kehrt Ruhe ein auf dem Gelände und ich kann auf Spaziergängen durch Wald und Wiese den Frühling und Sommeranfang genießen.

So verbringe ich abwechslungsreiche Tage in der Natur und am Schreibtisch, an denen ich viel mit und über meine Mitmenschen lernen kann.

Julian Kremers, Umweltpraktikant 2016 im Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal