Commerzbank-Umweltpraktikum

Im Nationalpark Kellerwald-Edersee

Foto: Maren Ammer

Es ist 7:00 Uhr morgens. Ich nehme meine Sachen und gehe vom Parkplatz zum BuchenHaus, meiner Haupteinsatzstelle hier im Nationalpark Kellerwald-Edersee. Auf dem Weg zur Tür treffe ich Gerhard, einen Tierpfleger aus dem WildtierPark, an dessen Eingang das BuchenHaus liegt. Ich schalte die Alarmanlage aus und gehe hinauf zu dem Büro, das sich die Freiwilligen mit einem Ranger teilen. Hier fahre ich den PC hoch, schaue nach neuen E-Mails oder Einträgen im Dienstplan und fange an, einen neuen Eintrag für meinen Blog naturschaetze.wordpress.com zu schreiben, den ich als Praktikumsprojekt gestartet habe. Dazu bearbeite ich auch die Bilder, die ich bei den verschiedensten Aktionen im Nationalpark knipse. Auch diesmal ist es eine bunte Mischung von nebenbei gefundenen Pflanzen, großen wie kleinen Tieren und stimmungsvollen Aussichten.

Nun muss ich aber noch einmal raus, um Müll zu sammeln und die Waschbär-sicheren Mülleimer zu leeren, bevor der Tierpark um 9:00 Uhr öffnet. Zufrieden schaue ich dabei auf die Hackschnitzel, die ich als Fallschutz auf dem Spielplatz verteilt habe.

Wieder im BuchenHaus schreibe ich noch schnell einen Werbetext für die neue Greifvogel-Ausstellung, die Janina, meine Mitpraktikantin, konzipiert hat. Danach plane ich mit ihr meine erste eigene Führung, bei der wir mit einer dritten Klasse vier Tiere des Nationalparks im WildtierPark näher kennen lernen wollen: Der Rothirsch, die Wildkatze, das Wildschwein und der Uhu. Dazu benutzen wir unter anderem die Fell-Quadrate aus den Umweltbildungs-Rucksäcken, Uhu-Federn aus dem Wildpark sowie Präparate der nicht ganz so großen Tiere und ein Hirschgeweih. Spielerisch soll damit Wissen vermittelt werden, welches die Kinder später auch vorstellen und wiedergeben.

So langsam neigt sich mein Praktikum dem Ende zu und ich blicke zurück auf eine ereignisreiche Zeit. Da war das Kindergarten-Projekt „Was lebt in Bach und Tümpel“, bei dem wir im Heimbach standen, um Bachflohkrebse, Dreieckskopf-Strudelwürmer und Salamander Larven zu suchen. Das Grundschulprojekt, mit den Themen Nationalpark, Photosynthese, Baum und Boden. Das Ranging mit Hermann Bieber an Christi Himmelfahrt, bei dem ich einen ganz eigenen Einblick in die Geschichte des Nationalparks und der Region bekommen habe. Der Hessentag in Hofgeismar mit Bernd Schenk, auf dem wir uns als Praktikantinnen super einbringen konnten, indem wir das Hessentag-Quiz selbstständig betreut haben. Die Führung einer Gruppe Mediziner am Daudenberg, bei der staunend die Pflanzennamen am Wegesrand erfragt wurden. Das Projekt „Kunst in und mit der Natur“ mit den UNESCO-Schulen. Das Malen, Bauen und Aufstellen der Wegweiser und Schilder im Nationalpark. Das Pressecoaching im Nationalparkamt. Die Führungen mit Jugendlichen am Hagenstein. Die Fallenkontrolle, bei der eine mit Pheromonen versetze Insektenfalle zu Forschungszwecken in einem Baum angebracht wird und die andere sowie eine Bodenfalle geleert werden.

Und ich freue mich noch auf meine letzten beiden Wochen: auf das Ranging mit Joachim Reinhardt, dem Ornithologen des Nationalparks, und auf die Vegetationsaufnahme in den Weisergattern mit zwei Biologen.

Doch nach dem Praktikum ist noch nicht Schluss: Meinen Blog möchte ich weiter führen und zusätzlich zum Kellerwald noch andere schöne Regionen dort beschreiben. Und vielleicht klappt es ja, dass ich zum Beispiel beim Ferienprogramm mithelfe.

Maren Ammer, Umweltpraktikantin 2015 im Nationalpark Kellerwald-Edersee