Commerzbank-Umweltpraktikum

Im Käfig mit dem Wolf

Foto: Robert Meißner

Ich durfte während meines Umweltpraktikums der Fütterung der Wölfe nicht nur beiwohnen, sondern direkt mit hinein. Ein spannendes Erlebnis, das ich als Fan von Hund und Wolf nicht so schnell vergessen werde!

Ich habe mein Praktikum für die Umwelt in der WildnisSchule des Nationalparks Kellerwald-Edersee verbracht. Der Nationalpark ist ca. 57 km² groß und besteht hauptsächlich aus Buchenwald. Zur Erfüllung des gesetzlich vorgeschriebenen Bildungsauftrags gehört zu dem Nationalpark auch die WildnisSchule. Angeschlossen an diese Schule ist der WildtierPark. Dieser Park ist zur besseren Verdeutlichung für die Besucher mit Tieren gefüllt, die auch im Nationalpark leben. Dazu gehören unter anderem Wildkatze, Luchs, Mufflon, Rotwild und Damwild.

Aber es gibt eine Ausnahme. Ein Tier, das noch nicht im Nationalpark angekommen ist: Der Wolf. Die Wölfe im WildtierPark sind sogenannte Timber-Wölfe und stammen ursprünglich aus den kanadischen Wäldern. Sie sind groß, bis auf eine Ausnahme schwarz-grau gefärbt und beeindruckend anzuschauen.

Gleich zu Beginn meines Praktikums hatte ich das Glück bei der Fütterung der Wölfe, mit meiner Kamera bewaffnet, dabei sein zu dürfen. Auf einen Wink des Tierpflegers hin,  kam ich vom Rand der Vorstellung mitten hinein. Hinein in den Käfig der „Bestie“.

Ich habe schon einige Bücher über Wölfe gelesen, aber live bei einer Fütterung dabei zu sein ist etwas anderes, als Bücher zu lesen. Gespannt habe ich abgewartet, ob das Märchen über den bösen Wolf stimmt oder meine populärwissenschaftlichen Bücher. Diese beschrieben das Biest aus den Märchen als zurückhaltenden, scheuen Wolf.

Die Wissenschaft behielt Recht. Die Wölfe trauten mir nicht. In Erwartung des Futters kamen sie vorerst näher, aber sobald sie mich gesehen hatten, hielten sie Abstand. Ich blieb während der gesamten Zeit hingehockt hinter meinem Kollegen, die Kamera in der Hand. Aber alles Locken des Tierpflegers brachte sie nicht näher als fünf bis zehn Meter an mich und meine kontinuierlich klickende Kamera heran. Der Tierpfleger fing dann an, den Wölfen das Futter, also Küken und Fleischstücken vom Rind, zu zuwerfen. Wie unsere Hunde zu Hause Frisbees fangen,  fingen die Wölfe die Küken aus der Luft. Tisch-manieren kannten sie aber nicht, denn sie schlangen das Fleisch und die Küken am Stück runter.

Meine Begeisterung für das Tier bleibt ungebrochen und der Respekt ist nur gewachsen. Ich freue mich, dass dieses wunderschöne Tier unser Land und damit früher oder später auch diesen Nationalpark Stück für Stück zurückerobert. 

Robert Meißner, Nationalpark Kellerwald-Edersee