Commerzbank-Umweltpraktikum

Hofmarkt auf dem Arche-Hof Kneese im Biosphärenreservat Schaalsee

Foto: Kai Behrendt

 

14. Mai 2016. Heute ist Samstag. Während die Kollegen alle noch gemütlich im Bett liegen und sich auf einen freien Tag freuen, stehe ich bereits vor dem Amt und überprüfe noch einmal, ob wirklich alles, was wir brauchen, im Kofferraum unseres VW-Busses liegt. Denn ich muss heute trotz Wochenende arbeiten. Halt nein, ich darf heute zum Glück trotz Wochenende arbeiten! Denn heute ist Hoffest auf dem Arche-Hof in Kneese im Biosphärenreservat Schaalsee. Auf diesem Hof leben und arbeiten Menschen mit Behinderung, erklärtes Ziel ist neben deren Integration der Erhalt vom Aussterben bedrohter Nutztierrassen und Nutzpflanzen und die regionale Lebensmittelproduktion und -vermarktung in ökologischer Landwirtschaft.

 

Heute präsentieren sich beim Hoffest Kunsthandwerker, Lebensmittelerzeuger und andere Organisationen aus der Region – viele von ihnen sind mit unserer Regionalmarke „Biosphärenreservat Schaalsee – für Leib und Seele“ ausgezeichnet.

Außerdem gibt es ein buntes Programm von Darbietungen regionaler Musik- und Tanzgruppen, frischen Kuchen aus Dinkelmehl vom Archehof und jede Menge andere kleine Attraktionen.

Und natürlich darf auch das Biosphärenreservatsamt selbst dabei nicht fehlen! Verkaufen wollen wir heute nichts, stattdessen haben wir verschiedene Spiele aus der Umweltbildung mitgebracht. Zusammen mit Ranger Holger Quardokus baue ich also alles schön auf, nur um es eine Minute später wieder auf dem ganzen Gelände verstreut zu finden – der Wind meint es heute wirklich nicht gut mit uns! Selbst größere Mengen Gewebeband können unsere schönen Roll-Ups nicht dazu bewegen, stehen zu bleiben. Und auch der „Heiße Draht“ braucht erst einmal etwas technische Überredungskunst, doch auch das ist pünktlich zur Eröffnung des Marktes um 10 Uhr erledigt.

Die Besucher können nun ihre Geschicklichkeit testen, indem sie mit einer Metallschlaufe die Form des Schaalsees nachfahren, ohne sie zu berühren – sonst ertönt lautes Entengeschnatter oder die Schreie eines Seeadlers vom eben noch mit Gummiring und Klebeband reparierten Kassettenspieler.

Großer Beliebtheit erfreut sich das Zuordnen von Spuren zu den Tieren, die sie hinterlassen – und zwar bei jeder Altersgruppe. Ich bin erstaunt, wie gut sich die Leute hier doch mit der Natur auskennen – die meisten können den Großteil richtig zuordnen!

Etwas schwieriger wird es da schon bei „Nuss oder keine Nuss?“ – wer hätte auch gedacht, dass botanisch gesehen die Buchecker eine Nuss ist, die Kokosnuss trotz ihres Namens jedoch nicht? Die Begeisterung von Groß wie Klein ist auf jeden Fall geweckt.

Manchmal komme ich gar nicht mehr hinterher, das Lebensraumpuzzle, das 5 typische Lebensräume im Biosphärenreservat zeigt, wieder auseinanderzubauen. Schon kommen die nächsten Kinder und puzzeln es wieder zusammen. Und fast alle kennen Buntspecht und Uhu, die sich darauf verstecken.

Und so haben wir einen wunderbaren Tag mit schönem Sonnenschein, leider ziemlich starkem Wind und trotzdem richtig vielen Besuchern und genießen das bunte Markttreiben von unserem Stand aus, der zum Glück sogar direkten Blick zur Bühne bietet.

 

Kai Behrendt, Umweltpraktikant 2016 im Biosphärenreservat Schaalsee