Commerzbank-Umweltpraktikum

Ferienerlebnis "Wasser"

 

Unter dem Motto: „Auf der Suche nach Ungeheuern im Bach“ entwickelten der FÖJler Felix und ich ein lehrreiches Programm zum Thema Fließgewässer. Als Ort dafür wählten wir den sagenumwobenen Mittelgebirgsbach „ Ilse“ in Ilsenburg. Um die Veranstaltung für Kinder so interessant wie möglich zu gestalten, sollte am Ende ein Schatz gefunden werden, den die Bachungeheuer versteckt hatten.

Ausgangsort war das Nationalparkhaus Ilsenburg. Das Ferienerlebnis wurde auf der Internetseite des Nationalparks sowie auf eigens dafür entworfenen Plakaten die in Touristinformationen und Hotels verteilt wurden angekündigt. Zum vereinbarten Treffpunkt erschienen 13 Kinder und 6 Erwachsene – eine gemütliche, nicht zu große Runde.

Nachdem wir am nicht weit entfernten Bach ankamen, hielten wir zunächst an einem Fischaufstieg. Ein Wehr das einst Fischen und anderen Lebewesen den Weg flussaufwärts versperrte und dadurch das Wandern unmöglich machte, wurde zurückgebaut. Anstelle der einstigen Mauer erstreckt sich nun eine langgezogene Fischtreppe. An diesem anschaulichen Beispiel erklärte ich, dass Bäche und Flüsse die Wanderwege vieler Lebewesen sind und wie wichtig eine sogenannte ökologische Durchgängigkeit dieser Fließgewässer ist. Wie die Bachforellen begaben wir uns nun flussaufwärts, um mit den Kindern verschiedene Aufgaben abzuarbeiten. Um den Schatz der Ungeheuer aufzuspüren, mussten wir uns nämlich erst einmal mit dem Lebensraum und der Lebensweise dieser Viecher vertraut machen – erst die Arbeit, dann das Vergnügen.

Zur Einstimmung suchten wir uns einen schönen Platz am Bachufer, an dem wir uns niederließen und mit geschlossenen Augen auf die Geräuschkulisse achteten. Die Geräusche sollten anschließend aufgeschrieben oder aufgemalt werden. Dort haben wir auch gleich mal die Temperatur der Luft und die des Wassers gemessen. Mit 13 Grad war die Wassertemperatur etwa halb so kalt wie die der Luft. Von der Kälte des Wassers konnten wir uns dann im nahen Kneipbecken auch nochmal überzeugen und wateten im Storchschritt alle mehrmals hindurch, bevor wir unsere Wanderung fortsetzten. Nun ging es ans Bootsrennen, welches eigentlich dazu diente die Fließgeschwindigkeit der Ilse zu bestimmen. Die Kinder verbrachten eine Weile damit, aus Blättern, Moos, Wurzeln, Stöckern und Baumrinde ein möglichst schwimmfähiges, kleines Boot zu basteln. Einige Exemplare waren so schön, dass die Konstrukteure auf die geplante Jungfernfahrt verzichteten und das Schiffchen als Andenken im Trockendock blieb. Die übrigen Kids zeigten sich als mutige Seemänner und übergaben ihr Schiff der turbulenten Ilseströmung, welche die zu Wasser gelassenen Floße nach wenigen Metern zermalmte. Der Versuch ergab also eine ziemlich hohe Fließgeschwindigkeit. Als nächstes funktionierten wir den Bachgrund zum Barfußpfad um. Beim Gang über Steine, Kies, Sand, Schlamm und Äste sollte notiert werden, wie sich die unterschiedlichen Materialien anfühlen.

Währenddessen sammelten die Erwachsenen von den verschiedenen Bäumen am Ufer Blätter ein, die die Kinder dann in ihr Heftchen zeichnen sollten. Wir erklärten dann wie Weide, Erle und co. an die extrem feuchten Gegebenheiten nahe eines Baches angepasst sind. Nun stand die Hauptaufgabe des Tages an. Mit Becherlupen, Nudelsieben und Keschern bewaffnet, wollen wir jetzt die Bachungeheuer, bei denen es sich konkret um Köcherfliegenlarven, Strudelwürmern, Steinfliegen-, Eintagsfliegen- und Libellenlarven handelte, einfangen. Obwohl wir uns dazu mehre augenscheinlich gut geeignete Stellen am Bach heraus suchten, war die Ausbeute sehr bescheiden. Lediglich an einem kleinen Seitenlauf fanden wir einige Köcherfliegenlarven. Die Kinder hatten aber viel Spaß dabei im Wasser herum zu forschen und jeden Stein dort umzudrehen.

Unter einem der Steine waren auch der letzte Hinweis zum Schatz und der Schlüssel zur Truhe versteckt. Einzelne Hinweise wurden vor der Wanderung in Briefumschlägen am Ufer befestigt. Den Hinweisen nach ging es jetzt zurück zum Nationalparkhaus, wo wir die Schatztruhe zuvor gut versteckt im Garten deponierten. Sobald sie entdeckt und geknackt war, war sie auch schon leergeräumt. Einigen Kinders hat es so gut gefallen, dass sie die folgende Woche gleich nochmal zur Löwenzahnpfad-Führung gekommen sind.

Carlo Willgeroth, Nationalpark Harz

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