Commerzbank-Umweltpraktikum

Farbe aus Steinen

Foto: Marlene Diehm

Die normalen Arbeitstage während meines Praktikums im Naturpark TERRA.vita verbringe ich für gewöhnlich im Büro oder auf dem Fahrrad mit meinem Praktikumskollegen Ansgar. Unsere Aufgabe ist es, die gesamten Fahrradrouten des Parks mit GPS-Geräten abzufahren und zu kontrollieren. Die Routen verlaufen im gesamten Naturpark-Gebiet, so dass wir während unseres Praktikums alles zu sehen bekommen, was der Park so zu bieten hat – und das ist tatsächlich mehr als ich zuvor gedacht hatte: Unsere Fahrradrouten führen uns durchs Moor, zu riesigen Steinbrüchen, Klippen, durch die Wälder des Wiehengebirges  und des Teutoburger Waldes. Nach jeder gefahrenen Route werden alle Änderungen und Verbesserungsvorschläge der Touren im Büro, welches sich direkt in Osnabrück befindet, bearbeitet. Neben diesen „normalen Arbeitstagen“ gibt es jedoch auch immer wieder Sonderveranstaltungen, bei denen wir mithelfen dürfen.

Anfang Juni fand mitten in der Osnabrücker Innenstadt eine „Infoveranstaltung zum Weltumwelttag und dem Internationalen Jahr der Böden 2015“ statt. Das TERRA.vita-Team baute zusammen mit Mitarbeitern des „Naturschutzbund Deutschland“ (NABU) und des „Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland“ (BUND) direkt vor dem Dom Infostände und Mitmachangebote auf. Unsere Aufgabe war es nun, zusammen mit interessierten Kindern, Naturfarben aus verschiedenen Gesteinsarten, welche im Naturpark aufzufinden sind, herzustellen. So mörserten wir einen Nachmittag lang mit zahlreichen Nachwuchskünstlern Ton, Schwarzkreide und Ocker zu feinem Staub, vermischten das Ganze mit den restlichen Zutaten (eigentlich nur Ei und Leinöl), um am Ende rote, braune und schwarze Naturfarbe zu erhalten, mit welcher man tatsächlich gut malen konnte. Obwohl sich aus den Gesteinen „nur“ drei verschiedene Farbtöne anrühren ließen, pinselten die Kinder also motiviert drauf los: Vulkane waren mit Abstand das beliebteste Motiv, was wohl  höchstwahrscheinlich –  wie eben erwähnt  – an der etwas eintönigen Auswahl an Farbtönen lag. Nichtsdestotrotz hatten die Kinder großen Spaß beim Malen und sie selbst (aber um ehrlich zu sein, wohl vor allem ihre Eltern) waren davon begeistert, wie einfach sich die Farbe auf Naturbasis herstellen ließ.

Dies war einer von mehreren „Sondereinsätzen“ während meiner Zeit als Praktikantin im Naturpark. Die restlichen zwei Wochen werde ich wohl wieder meiner Hauptaufgabe nachgehen und die Gegend um Wiehengebirge und nördlichen Teutoburger Wald zusammen mit meinem Mitpraktikanten auf dem Fahrrad erkunden, wobei es wieder viel Neues zu sehen und zu entdecken geben wird.

Marlene Diehm, Umweltpraktikantin 2015 im Natur- und Geopark TERRA.vita