Commerzbank-Umweltpraktikum

Eintauchen in die ‚Wildnis‘

Foto: Leonie Fröhlich

Heute hieß es ab in die Wildnis! Es trafen sich verschiedenste Natur- und Wildnisfreunde aus allen Ecken Deutschlands zur Wildsnisbildung-Fortbildung im Hainich. Nach einer kleinen Kennenlernrunde wurde besprochen was man eigentlich alles so für einen Wildnis-Trip braucht und eben auch was absolut überflüssig ist, dass eine Uhr beispielsweise verzichtbar ist, ein Handy pro Gruppe aber nicht zu missen. Schließlich ging es durchs Blätterdach in den Wald, unser Zuhause für die nächsten 30 Stunden. Wir arbeiteten uns durchs Dickicht und gelangten an den Ort, an dem wir unsere Nacht verbringen würden. Unser Umfeld begutachtend versuchten wir mit der Natur eins zu werden; bauten den nächtlichen Unterschlupf und suchten eine geeignete Feuerstelle. Ich lernte von meinen Kumpanen wie man aus einem Feuerstein eine zum Jagen geeignete Pfeilspitze formt, den  morgendlichen Tee aus wilden Früchten zu bereitet und in den Boden gesetzte Spuren liest. Nach gemütlichen Abendstunden am Feuer brach die Nacht herein. Nun hieß es mit Stirnlampe oder im Schein des Feuers den Unterschlupf aufsuchen und im Schlafsack eingekuschelt auf die Nacht warten. Ich lauschte neben den Schlafgeräuschen meiner netten Nachbarn den Lauten der Waldbewohner, sowie den Spuren, die der Wind hinterließ, während er sich seinen Weg durch den Wald bahnte. Langsam wogen mich die Geräusche in den Schlaf. Am nächsten Morgen geweckt durch Vogelgezwitscher startete ich mit spürend wärmenden Sonnenstrahlen auf der Haut in den Tag. Der Morgen begann gemütlich  am Feuer. Wir genossen unser Müsli und den frisch gebrühten Kaffee in stiller Runde. Nachdem wir unsere Spuren, welche beispielsweise durchs Aufbauen unsere Schlafmöglichkeiten entstanden waren, beseitigt hatten, hieß es sich den Weg zurück durch den Wald in die Zivilisierung bahnen. Mit einem guten Gefühl verließ ich den Ort des Geschehens. Ich erinnerte mich an schöne Begegnungen mit verschiedensten Menschen, begeisternden Naturereignissen, wie dem Kranichzug, aber auch spannenden Momenten ganz allein.

Leonie Fröhlich, Umweltpraktikantin 2015 im Nationalpark Hainich