Commerzbank-Umweltpraktikum

Eine „normale“ Woche im Wattenhuus

9:45 Uhr – Ich komme an meiner Arbeitsstätte an, nachdem ich eine knappe Minute die Straße mitt meinem Fahrrad runter gefahren bin. Erstmal muss ich das Haus startklar machen für die Besucher, die ab 10 Uhr eintreffen. Tür öffnen, Schilder raus, Lichter an, Geräte an – jetzt kann es losgehen.
10–13 Uhr – Wenn nichts außergewöhnliches zu erledigen ist oder ich etwas für eines meiner Projekte tun muss, stehe ich in dieser Zeit unseren Besuchern mit Rat und Tat zur Seite. Da ich fachlich nicht aus den Bereichen Umwelt oder Naturschutz kam, musste ich mich in diese Aufgabe auch erst einarbeiten und die wichtigsten Fakten lernen, aber das ging recht schnell. In der ersten Zeit habe ich bei Hausführungen oder Außenveranstaltungen Silke König (Leiterin des Hauses) und David Katzera (Mitarbeiter) begleitet und versucht so viel wie möglich „aufzusaugen“. Mittlerweile begrüße ich unsere Gäste, sobald sie herein kommen, weise auf einige Highlights hin und versuche Fragen so gut es geht zu beantworten. Wenn ich dann doch mal etwas nicht weiß oder mir zumindest nicht sicher bin, kann ich jederzeit Silke oder David fragen.
13-14 Uhr – Mittagspause
14-15 Uhr – Dienstags findet zu dieser Zeit unsere Hausführung statt. Seit circa der Mitte des Praktikums darf ich diese auch selber leiten. Neben meinem Praktikums-Projekt war dies definitiv die Aufgabe, die mir am meisten Spaß gemacht hat. Das Wattenhuus ist zwar klein, aber es gibt so viel zu entdecken. Den Besuchern zu zeigen, wie besonders die Natur des Wattenmeeres ist und sie dafür zu begeistern, ist einfach ein schönes Gefühl. Donnerstags gibt es dann einen 30-40 minütigen Vortrag. Ich hatte auch die Aufgabe eine besonders kindgerechte Präsentation zum Thema Gezeiten zu erstellen. Dies war für mich absolut eine Herausforderung. Das Erstellen selbst war nicht das problematische, sondern das Thema. Ich finde, dass durch die physikalischen Kräfte, die bei Ebbe & Flut wirken, das Ganze ein recht komplexes System ist. Da ich aber nach Bensersiel gegangen bin, um mich auch persönlich weiterzuentwickeln, habe ich dies als Chance genutzt mein Durchhaltevermögen noch zu verbessern. Ein paar Bücher geschnappt und Artikel im Internet durchgelesen und durch das ganze „durchbeißen“. Leider sind zu den Terminen, an denen ich den Vortrag halten sollte, nur Erwachsene und keine Kinder gekommen, aber mit dem Ergebnis bin ich trotzdem zufrieden.
15-16 Uhr – Montags ist das Haus geschlossen, bis auf eine Außenveranstaltung zu dieser Zeit. Je nach Gezeiten in dieser Stunde, wird etwas zu den Themen Deichbau, Salzwiesen, Sielwerk und natürlich Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer erzählt. Die Natur dabei so hautnah erleben zu können war, sowohl für mich als auch für die Besucher, immer wieder ein schönes und besonderes Erlebnis.
14-17 Uhr – Auch sonntags ist das Wattenhuus zu dieser Zeit geöffnet. Es findet eine Rallye mit passenden Fragebögen für jede Altersgruppe statt. Je nachdem, wie voll es ist, unterstütze ich Kinder und Erwachsene beim Lösen und Entdecken oder beantworte allgemeine Fragen.
16:45 Uhr - Tür schließen, Schilder rein, Lichter aus, Geräte aus – jetzt wird es Zeit die Besucher nach Hause zu schicken und Feierabend zu machen.

Franziska Solder, Umweltpraktikantin 2016 im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer