Commerzbank-Umweltpraktikum

Eine Bootsfahrt, die ist lustig, eine Bootsfahrt, die ist schön!

Foto: Maria Greulich

Morgens um acht sitze ich zwischen gefühlt hundert asiatischen Touristen auf  einem Elektro-Dampfer der bayrischen Schifffahrtsflotte und fahre über den grün schimmernden Königssee. Noch ein wenig müde staune ich bei meiner ersten Überfahrt nicht schlecht, als wir an schroffen Felswänden vorbeigleiten und ich das weltbekannte "siebenfache Eche des Königssees" zu hören bekomme - heute leider nur einmal zwischen den hohen Felsen hin- und hergeworfen. Langsam kommt der Watzmann in Sicht, der zweithöchste Berg Deutschlands und ich erblicke Sankt Bartholomä mit der meistfotografierten Wallfahrtskapelle Bayerns.
Wir steigen aus, drängeln uns mit den Worten "Wir sind vom Nationalpark, wir dürfen hier durch" an den Touristen vorbei und machen uns auf den Weg zu einem kleinen Rundweg, den wir später mit einer fünften Klasse aus der Nähe von Frankfurt abgehen wollen. es war eine gute Idee, den Weg vorher noch einmal auszuprobieren, denn der eiskalte Eisbach (wie der Name schon erahnen lässt) hat sein Flussbett schon wieder verlegt seit der letzten Begehung und ein Weg ist nicht mehr ohne Hindernisse machbar - wir müssen ein wenig umplanen und spontan sein, wie so oft im vielfältigen Bereich der Umweltbildung.
Nach einer Stunde haben wir die Route festgelegt und müssen uns beeilen, die Schulklasse rechtzeitig vom Boot abzuholen und die neugierigen Touristen abzuschütteln, damit wir Ruhe mit den Kindern haben. Sie sind gekommen, um dreieinhalb Stunden etwas über den Nationalpark Berchtesgaden zu erfahren und vor allen Dingen ihn und seine Schönheit mit eigenen Augen zu erleben. Die Kinder sind mäßig ausgestattet für den einsetzenden Nieselregen und die teils steinigen Wegabschnitte, dafür aber beim ersten Spiel mit voller Motivation und Freude dabei, bei dem es darum geht, das Motto aller Nationalparke auf der ganzen Welt in Gruppen zu erarbeiten - die Lösung ist "Natur Natur sein lassen".
Es ist das erste von vielen Spielen in den kommenden Stunden, wir stehen oft im Kreis und versuchen die Natur auf ganz besondere Art und Weise zu erleben. Dabei macht das Spiel "Kotzendes Känguru" mit Nationalparktieren am meisten Spaß und die Kinder vergessen für einen Moment über ihre schmerzenden Füße zu klagen nach nunmehr zweieinhalb Stunden (gediegener) Wanderung. Zum Schluss lassen wir jedes Kind zu Wort kommen: "Was hat euch heute am meisten gefallen?" - "Dass wir an der frischen Luft waren!" und "Dass wir so viel spielen durften!" sind häufige Antworten und glücklich, aber auch geschafft verabschieden wir uns von der Klasse und drängeln uns wieder auf ein Boot, um unsere Heimfahrt anzutreten.
Im Büro wartet schon die Vorbereitung für eine neue Klassenführung am nächsten Tag in einem anderen der wunderschönen Täler im Hochgebirgs-Nationalpark der Berchtesgadener Alpen auf uns.

Maria Greulich, Umweltpraktikantin 2015 im Nationalpark Berchtesgaden