Commerzbank-Umweltpraktikum

Ein Tag im Reich der urigen Buchen

Foto: NP Kellerwald-Edersee

Die Arbeitstage im Nationalpark sind so vielfältig, dass man sie schwer in einem Bericht abhandeln kann. Neben Pflegearbeiten des Außenbereiches und Büro-arbeiten habe ich bereits in Führungen Wildtierpark und Nationalpark kennenlernen dürfen. Projekttage mit Schulen und Kindergärten gehörten genauso dazu wie Erwachsenen-Führungen. Ranging-Einsätze, Monitoring oder Kartierung waren spannende Aspekte, genau wie der „Außeneinsatz“ auf dem Hessentag.
Mein Tag im Reich der urigen Buchen fängt an diesem Junitag zwar nicht direkt zwischen urigen Buchen an, dafür aber ganz in der Nähe. Vor der Ankunft im Buchenhaus entdecke ich schon den ersten Hasen und werde von unserem Nationalpark-Mäusebussard begrüßt, der auf der Wiese vor dem Buchenhaus nach Essen Ausschau hält, wie fast jeden Tag. Im Buchenhaus angekommen geht es mit einer Tasse Tee vor den Computer, den Einsatzplan checken und einiges Organisatorisches erledigen. Dann geht auch schon bald die Fahrt in Richtung Nationalpark los, eine ganze Minute dauert sie.

Heute ist der dritte Tag des Grundschul-Projekts, an dem ich diese Woche teilnehmen darf. Montag  waren wir in der Schule und haben „Unterricht“ gemacht, gestern waren wir auch draußen im Wald. Heute wollen wir mit den Kindern die Regeln des Nationalparks verinnerlichen. Dafür starten wir eine kleine Erlebnistour in den Nationalpark. „Wir“ sind unser Betreuer, ein Ranger, der Lehrer mit 21 Kindern und ich. Obwohl es mein erstes Grundschul-Projekt ist, darf ich an diesem Tag das Pantomime-Theater übernehmen, bei dem sich die Kinder gegenseitig die verschiedenen Regeln vorspielen und herausfinden sollen, welche Regeln es in „unserem“ Nationalpark gibt und warum diese Regeln Sinn machen. Gefrühstückt wird im Wald, in einer wunderschönen Landschaft, bei angenehm warmem Sommerwetter.  Danach habe ich die Möglichkeit, eine der Forschergruppen zu leiten, die gemeinsam im Wald nach Tierspuren und anderen Besonderheiten sucht. Wir haben neben Veränderungen der Umgebung wie Fegeschäden und Wildschwein-Schlafplätzen auch die Reste eines Vogeleis gefunden. Ich male meine eigene „Geräuschekarte“, bei der die neu erworbenen Vogelstimmenkenntnisse erneut auf die Probe gestellt werden und fotografiere nebenbei das Geschehen. Gegen Mittag ist der Tag mit der Klasse vorbei, an dem ich wieder ein neues „Stück“ Nationalpark kennenlernen durfte und meine Artenkenntnis vertiefen konnte. Ganz nebenbei hatte ich auch noch viel Spaß mit der 4. Klasse.
Nach der Mittagspause arbeite ich an meinem Projekt weiter. Es beinhaltet die Umgestaltung der Ausstellung im Schattenwald, der ein Teil des Buchenhauses ist und zu Umweltbildungs- und Informationszwecken genutzt wird. Die Ausstellung soll in diesem Jahr den Vogel des Jahres, den Habicht, sowie einige andere Greifvögel beinhalten, was sehr gut mit meinem neu entdeckten Interesse für Ornithologie einhergeht. Ich suche mir Informationen zu den jeweiligen Greifvögeln aus Büchern und dem Internet, wähle passende Präparate aus und werde kreativ beim Planen der zukünftigen Gestaltung.

Nach der Arbeit geht es zurück nach Bringhausen und von dort direkt in den (noch ziemlich kalten) Edersee

Janina Lange, Umweltpraktikantin 2015 im Nationalpark Kellerwald-Edersee