Commerzbank-Umweltpraktikum

Ein Tag im Nationalparkhaus Sankt Andreasberg

Foto: Corinna Fulst

Es ist ein sonniger Frühlingstag Ende April als ich mich gegen 9:20 Uhr in mein Auto setze. Zwischen meinem Familien-Haus bis zu meiner Einsatzstelle liegen eine gute halbe Stunde und ich fahre über etwa 600 Höhenmeter. Meine Fahrt nimmt mich auf eine Reise durch den Harz. Ich fahre an blühenden Beeten mit Tulpen und grünen Laubbäumen vorbei und nach nur wenigen Minuten bin ich zurück im Winter. Es liegt Schnee und ist kalt als ich an der Touristeninformation ankomme. Dort mache ich heute einen kleinen Zwischenstopp um Broschüren abzuholen. Angekommen bei meiner Einsatzstelle schließe die Türen des Nationalparkhauses auf und mache die Ausstellung für die Besucher fertig.

Um kurz nach 10:00Uhr kommt der erste Gast, der mir ein paar Fragen zum Luchs

stellt. Wir kommen schnell ins Gespräch und ich kläre ihn über die Lebensweise des

Luchs und sein Vorkommen im Harz auf.

Langsam füllt sich das Haus. Es kommen Touristen aus hauptsächlich Deutschland,

Dänemark und der Niederlande und schauen sich die Ausstellung an. Einige machen unsere Hausrallye, andere schauen sich in Ruhe die Tiere und Spiele an. Aber alle enden in unserem Erlebniskino. Durch die eigene Auswahlmöglichkeit von vier Filmen findet jeder Besucher etwas, dass ihm zusagt.

Auch einige St. Andreasberger kommen vorbei um Lebensmittel aus unserem

Naturkostladen zu kaufen. Da es sonst einen solchen Laden in der Stadt nicht gibt,

kommen vor allem an diesem Freitag Leute, die sich frisches Bio-Brot kaufen.

Kurz vor dem Mittag kommen zwei Grundschulklassen in unser Haus, um sich die

Ausstellung anzuschauen. Einige der Lehrer setzten sich ins Café und Eva, die

FÖJlerin, und ich bereiten ihnen ihre Getränke zu.

Währenddessen schauen sich die Schulkinder den Kinderfilm mit der Harzer

Berghexe an. Als dieser zu Ende ist, stürmen sie quasi zu unserem Einkaufladen, da sie vorher von den Lehrern gesagt bekommen haben, dass sie nach dem Film etwas kaufen dürfen. Es gehen Postkarten, Schleichtiere und Schlüsselanhänger über den Tresen.

„Junge Dame, Richtung Torfhaus stehen so viele tote Fichten. Das sieht wirklich

nicht schön aus. Wird da nichts gegen unternommen?“, spricht mich ein älterer Herr in Begleitung seiner Frau an. Ich erzähle den beiden, dass "Natur Natur sein lassen" im Nationalpark das wichtigste Ziel ist und man somit das Totholz im Wald lässt. „Es ist Lebensraum für viele Lebewesen“, kläre ich sie auf. Langsam werden die Beiden einsichtig. Als sie dann erfahren, dass der Nationalpark Harz noch im Entwicklungszustand sei und dass das Absterben der nicht Harz-typischen Fichte hilft, für die Anpflanzung der Buche und selbst Verbreitung der Birken und Ebereschen Platz zu schaffen, sind sie endgültig überzeugt.

So wechseln sich an diesem Tag die verschiedensten Besuchergruppen ab, bis wir

um 18:00Uhr schließen. Dann heißt es abwaschen, alles an seinen Ort für den Abend legen und auf geht es zurück in den Frühling.

 

Corinna Fulst - Umweltpraktikantin 2016 im Nationalpark Harz,

Nationalparkhaus in Sankt Andreasberg