Commerzbank-Umweltpraktikum

Ein Tag als Commerzbank-Praktikantin im Biosphärenreservat Schaalsee

Foto: Carla Hanke

Morgens starte ich in meinen Arbeitstag mit einem Arbeitsweg von knackigen 20 Metern. Die Praktikantenwohnung befindet sich nämlich direkt auf dem Gelände des Amts in einem der Bürogebäude. Meist beginne ich um halb 8, könnte mir aber noch bis um 9 Uhr Zeit lassen. Doch wenn wir Programme haben müssen wir in der Regel schon vorher beginnen, da Materialien im Gelände verteilt werden oder andere Vorbereitungen getroffen werden müssen. Gestern Morgen war ich zwar auch startbereit bepackt, in Stiefeln und mit Proviant, allerdings nicht um eine Kindergruppe zu führen, sondern weil ich die Kollegen vom Artenschutz zum Haselmaus-Monitoring begleiten durfte. Das ist nun das erste Mal, dass ich mit den Rangern mit konnte.

Hier in der Schaalsee-Region ist, neben dem Biosphärenreservat Ost-Rügen, der einzige Ort, wo in Mecklenburg-Vorpommern Haselmaus-Bestände nachgewiesen wurden. Dazu haben die Ranger vor einigen Jahren auf gut Glück in mehreren Gebieten, in welchen Haselmäuse vermutet wurden, Nistkästen aufgehängt. Einen Abschnitt haben sie schon gestern  kontrolliert : 100 Nistkästen und alle leer, abgesehen von Spinnen und Kot.

Heute haben wir circa 60 Nistkästen vor uns. Wir fahren in den Nordbereich und stiefeln los, ausgerüstet mit einer Leiter, Klemmbrett und Stift zum Protokollieren, sowie Hammer und Nägel, falls die Aufhängung erneuert werden muss, und natürlich Kameras.

Die Aktion macht großen Spaß: eine Mischung aus Schnitzeljagd und Geschenke auspacken. Denn ist man mit einem Nistkasten fertig, hält man schon nach der nächsten Nummer Ausschau, die in einem Baum 20 bis 30 Meter weiterhängen sollte. Und jedes Mal herrscht große Erwartung, wenn vorsichtig und langsam der Deckel des Nistkastens angehoben wird, was wohl dieses Mal herausspringt. Bald werden fleißig Wetten abgeschlossen: in welchem Kasten wir wohl noch was für ein Wesen entdecken werden. Am Ende des Tages können wir ein stolzes Ergebnis von 4 Haselmäusen, drei haben schon den Nestbau begonnen, einer Waldmaus und 6 Fledermäusen vorweisen. Außerdem viele Nester, deren Bewohner gerade nicht zuhause waren. Das ist doch ein sehr stolzes Ergebnis im Gegensatz zum Vortag. Hier hatte man Glück mit der Stichprobe und kann wohl mit Fug und Recht behaupten auf ein Haselmausvorkommen gestoßen zu sein. Im September werden wir noch einmal losziehen und dann hoffentlich in den vollendeten Nestern auf Junge treffen.

Um vier Uhr mache ich meistens Feierabend. Dann ist noch genug Zeit über die weiten Kornfelder Mecklenburg-Vorpommerns zu radeln.

Carla Hanke, Biosphärenreservat Schaalsee 2014