Commerzbank-Umweltpraktikum

Ein halbes Jahr auf dem höchsten Berg Hessens

Foto: Katharina Edelmann


Es ist ein schöner Spätsommermorgen, Mitte September. Die Fahnen vor dem Gebäude wehen im Wind, Segel- und Motorflieger drehen ihre Runden am Himmel. Touristen laufen munter auf und ab, oben am Radom stehen sie, beobachten die Gleitschirmflieger und bestaunen das Panaroma, das sich vor ihnen auftut. Man hört die Kinder, die sich im Klettergarten oder beim Sommerrodeln vergnügen. Es ist viel los auf der Wasserkuppe, Hessens höchstem Berg. Wie immer an einem schönen Tag. Mein Blick fällt auf den Heidelstein, die Gedanken schweifen ab und lassen das Praktikum Revue passieren.

In ein paar Tagen ist das halbe Jahr hier in der Hessischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön vorbei. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge blicke ich zurück. Weinend, weil man die Kollegen hier alle lieb gewonnen hat und bald den Arbeitsplatz räumen muss, und lachend, weil man so viele schöne, lustige, interessante Dinge und Momente erlebt hat. Die ganzen REK-Sessions, die wir zusammen mit dem Ingenieurbüro hatten, bei denen neben der Arbeit auch das Kulinarische nicht unbedingt zu kurz kam. Das Treffen aller Hessischen Regionalforen in Marburg, bei dem meine Praktikumskollegin und ich unseren Chef vertreten haben. Der Hessentag in Bensheim, der einem zeigte, dass man doch noch so manches Kind für die Natur begeistern kann. Die landwirtschaftliche Exkursion in den Biosphärenpark Lungau in Österreich, mit dem man eine Kooperation anstrebt. Die Hektik und die ganzen Vorbereitungen vor den Vorstandssitzungen und Mitgliederver-sammlungen, ganz zu schweigen davon, wenn Bundesumweltministerin, Hessische Umweltministerin oder die Präsidentin des Bundesamts für Natur-schutz hier aufschlugen. Das Einführungsseminar im Nationalpark Bayerischer Wald, bei dem man die anderen Umweltpraktikanten aus ganz Deutschland kennen gelernt hat. Die Vorexkursion zur Schäferei-Exkursion, bei der jedes Rhönschaf unbedingt eine Streicheleinheit wollte. Das Aufbauen unserer Mini-Kernzone im Ausstellungsraum. Die ganzen kleinen Ausflüge zu besonderen Orten in der Rhön. Die Spaziergänge mit meiner Mit-Praktikantin Ronja hoch zum Radom bei schönem Wetter. Der gemeinsame Betriebsausflug mit den beiden anderen Verwaltungsstellen aus Bayern und Thüringen. Der Rotmilan Luzia, den mir der Falkner einfach so auf den Arm gesetzt hat, damit er sich mal kurz am Buffet bedienen konnte. Die ausgiebige Wasserkuppentour von Ronja und mir zu unserem Abschied, mit Sommerrodelbahn- und Rhönbobfahren, einer Waffel am Stiel und einem Rundflug über die Rhön im Motorsegler...

Es war eine schöne Zeit hier, die ich nicht missen möchte. Es gab keinen Tag, an dem ich nicht gern auf die Arbeit gefahren bin. Ich habe vieles gelernt und vieles erlebt. In einem Monat beginnt mein Masterstudium, für dessen Fachrichtung nicht zuletzt das Commzerbank Umweltpraktikum hier auf der Wasserkuppe im Hessischen Teil der Rhön ausschlaggebend war. Ich habe gearbeitet, wo andere Urlaub machen. In der Rhön, für mich ein kleines Paradies im Herzen Deutschlands. Das „Land der offenen Fernen“, meine Heimat.

Katharina Edelmann, Biosphärenreservat Rhön 2014 im hessischen Teil