Commerzbank-Umweltpraktikum

Ein geheimnisvoller Abend im Zauberwald

Foto: Ann-Kathrin Lemke

Als an einem Freitagabend langsam die Dämmerung einsetzte, starteten wir mit einer dritten Klasse zu einer Führung, hinein in die geheimnisvolle welt des Zauberwaldes. Das Ziel der Führung war, den Kindern einen Waldbesuch im Dunklen zu ermöglichen und ihnen neue Einblicke zu gewähren. Die Führung war dabei in die Geschichte um die sagenumwobene Nachtschattenhexe eingebettet.

Bevor wir den Zauberwald betraten, haben wir uns für die Nachtschattenhexe die Gesichter bunt angemalt. Die Kinder waren davon hellauf begeistert und nach kurzer Zeit hüpften sie mit bunten Punkten, Streifen und Mustern um uns herum.
Fertig geschminkt starteten wir unsere Wanderung in den geheimnisvollen Wald und erreichten nach kurzer Strecke den Schleichpfad. Entlang des Weges waren nachtaktive Tiere versteckt, die die Kinder in Windeseile entdeckten und uns freudig zeigten.
Nach Besprechung dieser Tiere führte unser Weg weiter in den Zauberwald hinein, in dem es langsam immer dunkler wurde. Um den Kindern zu zeigen, wie es sich anfühlt, wenn wir uns auf andere Sinne als den Sehsinn konzentrieren, haben wir sie an der nächsten Station Augenbinden aufsetzen lassen. Als blinde Raupe verließen wir den Hauptweg und bogen auf einen kleinen Steig ab. Auf diesem haben wir immer wieder kurz angehalten und die Kinder gebeten, ihre Hände nach rechts oder links auszustrecken und einmal ganz genau hin zu fühlen. So wurden etwa Moos, Rinde oder die Nadeln einer Fichte ertastet.
Zurück auf dem Wanderweg folgte das erste Highlight der Führung: Die Schatzsuche. Entlang des Weges waren Kerzen aufgestellt, die den Kindern den Weg in ein kleines Tal wiesen. Kaum hatten die Drittklässler die ersten Kerzen entdeckt, gab es kein Halten mehr. Sie folgten voller Neugier den Lichtern und fanden innerhalb kürzester Zeit den versteckten Schatz.
Nach der erfolgreichen Schatzsuche setzten wir unseren Weg hinauf zum Hintersee fort. Dort angekommen war es bereits dunkel und wir konnten am Seeufer und über unseren Köpfen viele Fledermäuse fliegen sehen. Mit Hilfe eines Fledermaus-Detektors konnten wir die von den Fledermäusen ausgestoßenen Echolaute in für uns hörbare Frequenzen übersetzen. Dies war ein weiteres Highlight für die Kindern und bildete den krönenden Abschluss unserer Führung.

 

Ann-Kathrin Lemke, Umweltpraktikantin 2015 im Nationalpark Berchtesgaden