Commerzbank-Umweltpraktikum

Ein ganz normaler Tag auf Hiddensee

Foto: Dr. Helga Konow

Mein „Arbeitstag“ beginnt wie jeden Morgen mit einer Tasse Kaffee und dem morgendlichen Teamgespräch, in dem der Tagesablauf besprochen wird oder Dinge, die zu erledigen sind. Das Team ist wunderbar:), alle haben immer einen lustigen Spruch auf den Lippen sowie ein breites Lächeln. So kann der Tag beginnen.
Je nachdem zu welcher Arbeit man eingeteilt wurde, beginnt dann das Tagesgeschehen: Gebietssicherungen, Pflege, Monitoring, Führungen, Sonderführungen, Abendveranstaltungen, Juniorranger oder Ausstellungs-dienst. Mir gefallen die Führungen mit am besten, obwohl alles wirklich super ist (ich lerne jeden Tag soviel neues) werde ich einen „Führungstag“ beschreiben.
Die regelmäßigen Führungen im Sommer sind die „Dünenheideführung“ welche jeden Dienstag um 10.00 Uhr stattfindet und die „Alte Bessinführung“ welche jeden Mittwoch um 13 Uhr stattfindet. Heute geht es in die Heide.
Da noch Zeit ist, bevor die Führung stattfinden kann, werden vorher, je nachdem was anliegt, noch andere  Arbeiten erledigt. Heute habe ich mich um den Erlebnispfad gekümmert, das heißt im Groben: „Gärtnern“.

Um etwa 9.30 Uhr geht es dann los mit dem Radel zur Heiderose, dort ist der Treffpunkt für die Heideführung. Nachdem ich die Führung zweimal „nur“ gehört habe, übernehme ich nun schon einen beträchtlichen Anteil. Der jeweilige Ranger ergänzt nur, wenn ihm noch etwas gefehlt hat.

Nach einer Begrüßung in der man allgemein etwas über den Nationalpark erzählt, geht es dann los in die Dünenheide. Die Führungen sind jedesmal anders, da sich das Publikum auch jedesmal ändert. Manche sind so sehr interessiert, dass man auch mal gern eine Stunde im Verzug ist, weil zu jedem kleinen oder großen Pflänzchen einfach unglaublich viele Fragen gestellt werden und sich richtige Diskussionen über Naturschutz im Allgemeinen entwickeln.

Das finde ich so besonders spannend an diesem Praktikum, mit Personen verschiedensten Alters, Herkunft und Berufsstand über deren Ansichten zum Thema Naturschutz und Nationalpark zu sprechen.

Nach der Führung, welche etwa gegen 12.30- 13.00 Uhr endet, hat man 40 Minuten Mittagspause, welche ich dann meist in der Heide mache. Man sucht sich eine schöne Düne und macht dort in der wunderschönsten Natur ein Picknick. Das nenne ich Arbeitsleben. Je nachdem welche Aufgabe man dann zu tun hat,  Pflege usw., geht dann der Tag weiter. Da ich heute keine Pflegemaßnahmen zu erledigen habe, ist der Rest des Tages zur Gebietssicherungen da, das bedeutet, man streift mit dem Ranger durchs Gebiet und schaut, ob alles in Ordnung ist. Das niemand zum Beispiel zeltet, Feuer macht oder ähnliches. Man lernt dabei sehr viel, da die Ranger über ein breites Artenspektrum verfügen und dieses gerne anbringen, während man gemeinsam über die Insel streift. Die verschiedenen Gebiete/Lebensräume sind alle einzigartig: sei es der wunderschöne Dornbusch mit seiner natürlichen Küstendynamik und seinen Magerrasen-Wiesen, der Bessin mit seiner unglaublichen Fülle an blühenden Pflanzen, die Ostsee sowie die Boddengewässer oder die Dünenheide.
Ich weiß jetzt schon obwohl noch nicht einmal ganz die Hälfte meines Praktikums vorbei ist, dass ich Hiddensee sehr vermissen werde.

Franziska Molde, Umweltpraktikantin 2015 im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft